"Das Erbe des Roggenkönigs: Ackerbau und Küche in Preußen" -
Schon im Mittelalter wurde die Mark Brandenburg als "Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches" bezeichnet. Karge Böden und geringe Niederschläge schränkten seit jeher die Erträge extrem ein. Hungersnöte, nicht nur nach Kriegen, waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit.
Zudem mussten die Bauern die Stadt Berlin mit ausreichend Nahrung versorgen. Sie selbst ernährten sich hauptsächlich von Roggenbrot, 1756 kam durch den Befehl Friedrichs des Großen allmählich die Kartoffel hinzu.
Seit Jahrhunderten also kämpfen die in Brandenburg ansässigen Landwirte mit den widrigen Bedingungen - einer von ihnen war Ferdinand III. von Lochow. Doch er machte aus der Not eine Tugend, revolutionierte mit der richtigen Idee die Getreidezüchtung: Ferdinand entwickelte einen besonders widerstandsfähigen Winterroggen und versorgte mit diesem im 19. Jahrhundert beinahe ganz Deutschland. Sein Motto: "Du kannst, wenn Du willst!".
Disziplin, Fleiß und Beharrlichkeit - auf diesen preußischen Tugenden beruht Ferdinand von Lochows Durchbruch. Der Pflanzenzüchter ignorierte Spötter, glaubte an seine Ideen und hatte damit großen Erfolg. Ganz im Sinne Friedrichs II., der sagte: "Wer bewirkt, dass dort, wo ein Halm wuchs, deren zwei wachsen, der leistet mehr für sein Volk als ein Feldherr, der eine ganze Provinz gewinnt."
Durchhaltevermögen mussten auch sein Nachfahre Ferdinand V., dessen Frau Angelika und Sohn Ferdinand VI. beweisen. Als sie Anfang der 1990er Jahre - aus Pflichtgefühl und Heimatverbundenheit - nach Petkus zurückkehrten, dauerte es Jahre, bis sie den heruntergekommenen Betrieb wieder aufgebaut hatten.
Heute versucht Ferdinand Junior als ökologischer Landwirt den kargen brandenburgischen Böden bestmögliche Erträge abzuringen. Außerdem bewies er mit seinem zweiten Standbein ähnlichen Einfallsreichtum wie sein berühmter Urahn: Gemeinsam mit Frau Alexandra betreibt er das erste Skate-Hotel der Welt.







