Hintergrund - Landwirtschaft in der Mark Brandenburg
In Brandenburg überwiegen bis heute nährstoffarme Sandböden. Sie brachten der Mark - im Zusammenspiel mit den sehr geringen Niederschlägen - die Bezeichnung "Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches" ein. Auch in Petkus waren und sind die Böden sandig, karg und trocken. Es regnet wenig, oft verdunstet das Wasser aufgrund starker Winde schnell.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts gab es große Veränderungen in der Landwirtschaft, insbesondere durch die Agrarreformen und die damit verbundene Bauernbefreiung. Es wurde nicht mehr nur hauptsächlich für den Eigenbedarf, sondern für einen größeren Markt produziert.
Bereits in den 1740er Jahren erkannte Friedrich II. das Potential der Kartoffel. Sie sollte die von Missernten geplagte Bevölkerung und die durch Kriege gewonnenen Zuwanderer (Schlesische Kriege 1740-42 und 1744/45) ernähren, denn ihre Erträge waren dreimal so hoch wie die des Getreideanbaus. So erteilte Friedrich II. 1756 den sogenannten "Kartoffelbefehl", der die Bauern zum Anbau der Pflanze zwang.
Der siebenjährige Krieg (1756-1763), Getreide-Missernten um 1770-1772 und die folgenden Hungersnöte "begünstigten" die Verbreitung der Kartoffel. Doch erst 1775 wird per Dekret Friedrichs II. der großflächige Anbau in Preußen eingeführt.
1873 verfiel der Weltwirtschaftspreis für Getreide, die Große Depression (= Gründerkrise) begann. Sie hatte zur Folge, dass der Staat wieder mehr in die Wirtschaftsabläufe eingriff. Aufgrund der Einfuhrzölle stiegen die Lebenshaltungskosten in der Folgezeit an; besonders Lebensmittel und Industriewaren wurden teurer.
Bevor 1879 die Importzölle auf Getreide erhoben worden waren, war es erheblich günstiger, aus dem Ausland zu importieren. Durch die steigenden Zölle gingen die Importe zurück. Um die Jahrhundertwende lagen die Preise für Brot und andere Getreideprodukte bei etwa 130 Prozent des Weltmarktniveaus. Effektiv dauerte die Krise in Europa sechs Jahre, das Wirtschaftswachstum schwankte bis 1890 stark.

