In den 1980er Jahren versuchten die Lynars über den DDR-Botschafter in Lissabon, ihre alte Heimat zu besuchen – das war jedoch unmöglich.Ende November 1991 erhielten sie schließlichImmobilien in Lübbenau und Dubrau sowie 7000 Hektar Land zurück.
Menschen mit Migrationshintergrund sind keinesfalls ein modernes Phänomen - auch in Preußen hat es sie gegeben, und zwar zahlreich. Besonders nach dem 30-jährigen Krieg wurde über Jahrzehnte hinweg eine gezielte Einwanderungspolitik betrieben, um das stark geschwächte Preußen wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen.
Guido Graf zu Lynar ist der zweitjüngste Sohn des Widerstandskämpfers Wilhelm Friedrich zu Lynar. Er wuchs am Rande des Spreewaldes, in Seese, auf und bezeichnet seine Kindheit als Paradies.
Von sich selbst sagt die Gräfin, sie sei Optimistin, sehr kreativ und könne nicht rechnen. Drei Gründe, warum die Idee, nach Deutschland zurückzukehren und ein Schlosshotel zu führen, sie sofort begeisterte.
Rochus Graf zu Lynar wuchs in Portugal auf, Lübbenau kannte er lediglich von Fotos und aus den Erzählungen seines Vaters. Gerade als er sein Leben als vielreisender Geschäftsmann begonnen hatte, rief in dieser an, um ihn um Hilfe zu bitten.
Rocco Guerrini Conte di Linari (1525-1596) wuchs in der Toskana auf. Als er 17 Jahren alt war, flüchtete er mit seinem Vater nach Frankreich, da dieser im Duell seinen Gegner tödlich verwundet hatte und die Familie des Toten mit Vergeltung drohte.
Auguste Charlotte Gräfin von Kielmannsegge, geb. von Schönberg, verwitwet zu Lynar(1777-1863) ist für Gräfin Beatrix die interessanteste Frau der Familie. Sie heiratete 1796 Graf Rochus August zu Lynar. Die Ehe galt als unglücklich.
Wilhelm Friedrich Rochus Graf zu Lynar(genannt Wilfried)prägt die heute lebenden Familienmitglieder besonders. Er wurde 1899 in Berlin geboren und war Patensohn von Kaiser Wilhelm II.
Nach dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war die Einwohnerzahl Preußens nahezu auf die Hälfte geschrumpft. Kurfürst Friedrich Wilhelm reagierte darauf mit einer planmäßigen Wiederbesiedlung und Einwanderungspolitik ab 1650.
1671 gewährte Friedrich Wilhelm von Brandenburg 50 reichenjüdischen Familien, die kurz zuvor aus Wien vertrieben worden waren, Niederlassungsrechte - allerdings zeitlich beschränkt und nur gegen Schutzgelder.
Der australische Historiker Christopher Clark siehtPreußen in einem absoluten Gegensatz zum Nationalsozialismus. Preußen stehe für die Hoheit des Staates, für die Idee, dass der Staat die gesamten Interessen der Zivilgesellschaft in sich aufnimmt.
Lübbenauwurde erstmals im Jahre 1315 erwähnt, es gibt jedoch Funde aus dem 8./9. Jahrhundert. Die Stadt mit ca. 16.000 Einwohnern gehört zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz.