Jörg Thadeusz vor dem Schloss Lübbenau; Quelle: rbb/Räuberleiter
Jörg Thadeusz vor Schloss Lübbenau

- Lübbenau

Lübbenau wurde erstmals im Jahre 1315 erwähnt, es gibt jedoch Funde aus dem 8./9. Jahrhundert. Die Stadt mit ca. 16.000 Einwohnern gehört zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

Schloss Lübbenau

Der Schlossbereich ist der älteste Teil von Lübbenau. An der Stelle des Schlosses befand sich im Mittelalter eine Wasserburg. 1600 erfolgte ein Umbau im Stil der Renaissance. 1817 beauftragte  Hermann Rochus Graf zu Lynar den Baumeister Carl Benjamin Siegel, die alte Wasserburg abzutragen und ein klassizistisches Schloss zu bauen. 1820 wurde es fertiggestellt, 1839 erhielt es sein endgültiges Aussehen. 1820 entstand auch die Parkanlage im englischen Landwirtschaftsstil, gestaltet von  Peter Joseph Lenné. Er war preußischer Gartenkünstler, Landschaftsarchitekt des deutschen Klassizismus und Nachfahre von Hugenotten.

Der Grund für Abriss und Neubau soll folgender gewesen sein: Über Generationen hinweg führten die Lynars unglückliche Ehen. Vor der Hochzeit sagte eine Wahrsagerin zum jungen Hermann Rochus Graf zu Lynar (1797-1878): "Begrab das Schloß, so begräbst du euren Fluch", so schrieb es zumindest Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Es scheint funktioniert zu haben: Als Fontane den Grafen zwischen dem 5. und 8. August 1859 traf, sagte der über seine bereits 1838 verstorbene Gattin Mathilde: "Sie war ein Engel".

Theodor Fontane

Theodor Fontane reiste vom 5. bis 8. August 1859 in den Spreewald und veröffentlichte seine Erlebnisse als märkisches Reisefeuilleton direkt nach seiner Rückkehr in der "Preußischen Zeitung":

"Bursche und Mädchen handhaben das Ruder mit gleichem Geschick. Sie sitzen nicht auf der Ruderbank oder schlagen taktmäßig ins Wasser, sondern nach Art der Gondoliere stehen sie aufrecht am Hinterteile des Boots und treiben es vorwärts, nicht durch Schlag, sondern durch Stoß. Dies Aufrechtstehen, gepaart mit einer beständigen Anstrengung aller Kräfte, hat dem ganzen Volksstamm eine Haltung und Straffheit gegeben, die man bei unseren  Dorfbewohner nur allzu oft vermißt. (…) Der Spreewäldler aber (…) steht immer auf dem Quivive, tätig, angespannt, und hat nur die Wahl zwischen Anstrengung oder zu Hause bleiben. Die halbwache Halbarkeit kennt er nicht." Es sei ein "reizender Anblick" (…) "diese schlanken und stattlichen Leute in ihren Booten vorüberfahren zu sehen".

Im Revolutionsjahr 1848 gab es eine Unruhe in Lübbenau. Die Untertanen weigerten sich u.a. letzte noch eingeforderte Dienste zu leisten. Mehrere hundert Bauern, Handwerker und Landarbeiter versammelten sich vor dem Schloss und warfen mit Steinen, dabei gingen zahlreiche Fenster des Schlosses zu Bruch. Schließlich rief die Grafenfamilie das Militär, ließ zahlreiche Aufständische verhaften und flüchtete nach Lübben.

1932 wurde das Schloss zum Museum. Im Zweiten Weltkrieg nutzte man es als Lazarett, nach 1945 u.a. als Kranken- und Ärztehaus, auch eine Kindertagesstätte befand sich darin. Ab 1963 verfiel das Haus, 1970 sollte es gesprengt werden. Schließlich wurde es rekonstruiert und bis 1990 als Schulungszentrum genutzt.

Vor dem Schloss steht seit 2000 eine Bronzebüste von Baumeister Rochus zu Lynar, die Wilhelm II. der Familie 1903 geschenkt hatte. Zu DDR-Zeiten sollte sie eingeschmolzen und in Clara Zetkin verwandelt werden.

Seese

Seese war ein kleines Dorf südlich von Lübbenau, das 1363 erstmals erwähnt wurde. Hier wohnte die Familie zu Lynar ab 1930. 1969 brach man den gesamten Ort samt Schloss vollständig für den Braunkohleabbau ab, 385 Menschen wurden umgesiedelt.

Dubrau

Dubrau ist der Rest eines Dorfes, ca. 10 km von Lübbenau entfernt. Das Gut Dubrau gehörte - wie fünf weitere Güter - zur ehemaligen Standesherrschaft Lübbenau. Von 1797 bis zu Enteignung durch die Nazis 1944 war es im Besitz der Familie zu Lynar. 1988 wurde der Ort mit etwa 200 Einwohnern wegen des Braunkohleabbaus geräumt, zum Mauerfall der Abriss jedoch gestoppt und 1991 endgültig eingestellt. Trotzdem ist heute fast nichts mehr von einem Dorf zu erkennen nur das Gut wurde aufwendig saniert. Außer den Lynars lebt nur noch eine weitere Familie dort.