- Rocco Guerrini Conte di Linari

Rocco Guerrini Conte di Linari (1525-1596) wuchs in der Toskana auf. Als er 17 Jahren alt war, flüchtete er mit seinem Vater nach Frankreich, da dieser im Duell seinen Gegner tödlich verwundet hatte und die Familie des Toten mit Vergeltung drohte.

Nach guter Ausbildung diente Rocco lange im französischen Heer. 1560 trat er zur protestantischen Konfession über und setzte sich in Metz an die Spitze eines Aufstandes gegen die Katholische Kirche, der jedoch scheiterte.

Rocco musste erneut fliehen. Mit seiner Frau ging er nach Heidelberg und nannte sich in Rochus zu Lynar um. Nach verschiedenen Stationen ließen sie sich 1578 in Spandau nieder. Dort diente Rochus dem brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg als General, oberster Artillerie-, Munitions-, Zeug- und Baumeister. Unter seiner Leitung wurde 1580 das Berliner Stadtschloss umgebaut, er vollendete die Zitadelle Spandau. Außerdem plante und erbaute er u.a. die Festungen in Peitz und Küstrin.

Doch trotz des beruflichen Erfolges hatte Graf zu Lynar im neuen Land mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Er wurde als Ausländer angefeindet. Auch für seine Tätigkeit als Baumeister wurde er verachtet - unter Adligen war es nicht schick, handwerklich zu arbeiten. Er entgegnete: "Es ist nicht schlimm, etwas gelernt zu haben." Daraus ergab sich in der Familie die Verpflichtung, fleißig zu sein und mit anzupacken.