- Friedersdorf

Friedersdorf wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf liegt am Rand des Oderbruchs nahe Seelow und hat ca. 300 Einwohner. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1945 gehörte der Familie von der Marwitz hier ein Großteil des Landes.

Ihr Schloss neben der Kirche bildete den Mittelpunkt des Ortes. Es wurde 1828 nach den Plänen des Berliner Architekten Schinkel umgebaut.

Theodor Fontane schrieb in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg über Friedersdorf und das Schloss:

"Die Landschaft ist reizlos, im wesentlichen auch das Dorf, und erst in der Mitte desselben, wo wir die Parkbäume, die bis dahin den Hintergrund des Bildes bildeten, in einem flachen, weit gedehnten Teiche sich spiegeln und die weißgrauen Wände des Schlosses durch das ziemlich dichte Laubwerk hindurchschimmern sehen, wird es uns leichter ums Herz. (…) Das Friedersdorfer Herrenhaus ist so recht das, was unsere Phantasie sich auszumalen liebt, wenn wir von alten Schlössern hören. Die Frage nach dem Maß der Schönheit wird gar nicht laut; alles ist charaktervoll und pittoresk, und das genügt."

Im April 1945 geriet die Gegend um Friedersdorf zum Schauplatz der Schlacht um die Seelower Höhen - diese eröffnete die Schlacht um Berlin, welche das Ende der deutschen Ostfront bedeutete. Am 16.04.1945 evakuierte Hans-Georgs Großvater Bodo von der Marwitz Friedersdorf.

Er soll noch zwischen den Bombenkratern gepflügt haben, um die Bevölkerung zu versorgen. 1947 wurde das Schloss, eine Brandruine, gesprengt und die Trümmerreste bis 1956 von den Bewohnern als Baumaterial verwendet. In der barocken Dorfkirche befinden sich zahlreiche Gedenksteine der Familie von der Marwitz.