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Grafik: queraktionen, Quelle: rbb/etuipop

Rezension

Ayla, Alis Tochter

In dem Stück geht es um das junge türkische Mädchen Ayla, die sich in den deutschen Jungen Jasper verliebt. Während ihre Mutter schon das schlimmste befürchtet, vertraut der Vater seiner Tochter.

Trotzdem wird Aylas großer Bruder Murat gebeten, seine Schwester im Auge zu behalten. Dabei verliebt er sich in Aylas deutsche Freundin Sara. Eine Zeit lang geht das Versteckspiel der Verliebten gut, doch dann erfahren Aylas Eltern von ihren Gefühlen. Ihre Enttäuschung ist groß und trägt folgenschwere Konsequenzen mit sich.

Das Stück nach der Buchvorlage von Thomas Sutter erzählt das gängige Motiv der verbotenen Liebe und doch wird auf eine ganz eigene Weise das Thema der deutsch- türkischen Gesellschaft aufgegriffen. Regisseurin Nicole Oder zeigt zusammen mit Dramaturgin Hülya Karci Vorurteile und Stereotypen beider Kulturen auf, die aber zunächst mit viel Humor karikiert werden. Gerade zu Beginn ist die Geschichte gespickt mit verbaler und non- verbaler Komik. Musikalische Einlagen bestehend aus türkischen Klängen vermischt mit Popmusik geben dem Stück Farbe und einen jugendlich verspielten Stil. Neben professionellen Schauspielern gab es auch einige Laien, Schüler der Ernst-Schering-Oberschule in Wedding, die bei Disko- und Taekwondo- Choreographien mitgewirkt haben. Daneben wurden die Schauspieler von der stimmgewaltigen Sängerin Begüm Tüzemen begleitet, die fast einer Erzählerin gleichkommt und das Stück mit ihren Liedtexten kommentiert. Aber auch ernste Töne werden angeschlagen: die ungleiche Handlungsfreiheit türkischer Männer und Frauen, das Unverständnis zwischen den Kulturen und die Dogmatik des Glaubens. Diese Probleme spitzen sich zum Ende hin immer mehr zu und doch trifft der Schluss einen ganz plötzlich, wirft einen gerade zu aus dem Stück. Eben noch mittendrin, befindet man sich plötzlich wieder in der Realität. So herrschte zunächst eine gebannte Stille bevor das - ebenso wie das Ensemble - deutsch- türkische Publikum die Vorstellung mit großem Applaus belohnte.

„Ayla, Alis Tochter“ ist eine Liebesgeschichte und ein Familiendrama für alle ab 13 Jahre.

Termine:
Feb: 21.02., 22.02., 23.02.
Mär: 07.03., 08.03., 09.03., 10.03.
Infos: http://www.atzeberlin.de/

Dieser Text gibt den Sachstand vom wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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