
- Steckbrief Birgit Niehaus
Wie heißen Sie, wo wohnen Sie, wie viele Kinder haben Sie?
Ich heiße Birgit Niehaus und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen, beide im Grundschulalter, in Berlin-Schöneberg. Das ist zwar mitten in der Großstadt, aber trotzdem wie auf dem Dorf.
Gerade mit Kindern hängt man tagsüber ja ziemlich in seinem Kiez fest, bewegt sich durch die immergleichen Straßen. Und da kennt wirklich jeder jeden, wird man oft alle paar Meter ins Gespräch verwickelt: mit den Ladenbesitzern, den Freunden der Kinder, den Eltern der Freunde, den Jungs auf dem Bolzplatz, den Hundebesitzern auf Gassirunde, den diversen Paketboten ...
Da es aber leider nicht so grün ist wie auf dem Land, fahren wir am Wochenende – wie viele Berliner Familien – raus auf die Datscha.
Aus welcher Sprache übersetzen Sie Bücher ins Deutsche?
Aus dem Englischen, das hat sich bisher so ergeben, obwohl eigentlich Französisch und Spanisch meine Hauptsprachen sind.
Welche Bücher übersetzen Sie: Die, die Ihnen selbst gut gefallen oder jene, die ein Verlag Ihnen vorschlägt?
Bislang habe ich tatsächlich nur Bücher angeboten bekommen, die mir selbst gut gefielen. Zum Glück, denn einen Roman, der mich nicht in irgendeiner Form begeistert, der mich langweilt oder sogar ärgert, könnte ich nicht übersetzen – zumindest nicht gut, rund und mit Herzblut. Immerhin verbringt man sehr intensive Wochen, manchmal sogar Monate mit so einem Text.
Wie arbeiten Sie: Erst das Buch lesen und dann übersetzen oder einfach gleich übersetzen?
Auf jeden Fall erst das Buch lesen: Bevor ich den ersten Satz übersetze, muss ich den Ausgang der Geschichte und die Eigenarten der Figuren kennen – und vor allem ein Gefühl für den Tonfall haben.
Aber im Kopf übersetze ich beim allerersten Lesen natürlich schon mit. Da ploppen Formulierungen hoch, ich krame in meinem Gedächtnis nach Vokabeln, überlege, wie ich etwas umschreiben könnte, das es im Deutschen so nicht gibt, kringele wiederkehrende Motive ein … und durchforste im Geiste meinen Bekanntenkreis nach Experten für das jeweilige Thema. Wie zum Beispiel bei dem zweiten Roman von Roland Smith, den ich gerade übersetzt habe: Da brauchte ich einen Meeresbiologen und einen Hobbyfunker, die mir etwas über Riesenkraken und CB-Funk erzählen konnten.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie ein Buch übersetzen?
Ich muss dem Original treu bleiben, ohne daran zu kleben – so dass am Ende ein Text entsteht, dem man nicht anmerkt, dass er aus einer anderen Sprache übersetzt ist.
Welche Autoren übersetzen Sie besonders gerne und welche nicht so gerne und warum?
Ich würde das gar nicht an Autorennamen festmachen: Besonders gerne übersetze ich Romane, die in irgendeiner Form etwas Doppelbödiges haben, einen verborgenen Hintersinn oder auch einfach nur einen ironischen Unterton. In jedem Fall sollten sie etwas mit unserer Welt und unserem Leben zu tun haben, egal ob sie nun hier oder auf einer fernen exotischen Insel, heute oder vor 500 Jahren spielen.
Damit kann ich auch ganz klar sagen, welche Art von Literatur ich nicht übersetzen würde – weil sie mich nicht anspricht: Fantasy und Science-Fiction.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Spargel in allen Variationen – klassisch mit Kartoffeln, Schinken und zerlassener Butter, aber auch als Pastasauce, im Salat oder auf Pizza. Aber das Beste ist die selbst gemachte Spargelcremesuppe meines Vaters: mit Spargelstückchen und herrlichen Fleischklößchen.
Welche Musik hören Sie am liebsten?
Beim Arbeiten begnüge ich mich mit dem ganz profanen Geräuschemix rund um meinen Schreibtisch: Hinterhof-Vogelgezwitscher, Kickgeräusche vom nahen Bolzplatz und Altbausanierungslärm. Irgendjemand hämmert oder schleift eigentlich immer.
Musikalisch bin ich relativ offen … und auch gespannt, was meine Jungs in den nächsten Jahren so anschleppen werden, momentan ist es Balkan Brass. Aber ich merke, dass ich immer wieder bei Jazz lande und bei den 60er-70er Jahren des letzten Jahrhunderts: Dylan, Clapton, Hendrix, Waits, Johnny Cash, Janis Joplin, Joan Baez …
Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Bedenkenlosen Raubbau an der Natur, Zerstörung der Lebensräume aus Profitgier: Rodung der Wälder, Überfischung der Ozeane, Wasser-, Boden-, Luftverschmutzung, Benzinschlucker …
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Mehr Zeit! Denn damit wären gleich viele Probleme auf einen Schlag gelöst – bzw. viele Probleme würden gar nicht erst entstehen.
(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)
Ich heiße Birgit Niehaus und wohne mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen, beide im Grundschulalter, in Berlin-Schöneberg. Das ist zwar mitten in der Großstadt, aber trotzdem wie auf dem Dorf.
Gerade mit Kindern hängt man tagsüber ja ziemlich in seinem Kiez fest, bewegt sich durch die immergleichen Straßen. Und da kennt wirklich jeder jeden, wird man oft alle paar Meter ins Gespräch verwickelt: mit den Ladenbesitzern, den Freunden der Kinder, den Eltern der Freunde, den Jungs auf dem Bolzplatz, den Hundebesitzern auf Gassirunde, den diversen Paketboten ...
Da es aber leider nicht so grün ist wie auf dem Land, fahren wir am Wochenende – wie viele Berliner Familien – raus auf die Datscha.
Aus welcher Sprache übersetzen Sie Bücher ins Deutsche?
Aus dem Englischen, das hat sich bisher so ergeben, obwohl eigentlich Französisch und Spanisch meine Hauptsprachen sind.
Welche Bücher übersetzen Sie: Die, die Ihnen selbst gut gefallen oder jene, die ein Verlag Ihnen vorschlägt?
Bislang habe ich tatsächlich nur Bücher angeboten bekommen, die mir selbst gut gefielen. Zum Glück, denn einen Roman, der mich nicht in irgendeiner Form begeistert, der mich langweilt oder sogar ärgert, könnte ich nicht übersetzen – zumindest nicht gut, rund und mit Herzblut. Immerhin verbringt man sehr intensive Wochen, manchmal sogar Monate mit so einem Text.
Wie arbeiten Sie: Erst das Buch lesen und dann übersetzen oder einfach gleich übersetzen?
Auf jeden Fall erst das Buch lesen: Bevor ich den ersten Satz übersetze, muss ich den Ausgang der Geschichte und die Eigenarten der Figuren kennen – und vor allem ein Gefühl für den Tonfall haben.
Aber im Kopf übersetze ich beim allerersten Lesen natürlich schon mit. Da ploppen Formulierungen hoch, ich krame in meinem Gedächtnis nach Vokabeln, überlege, wie ich etwas umschreiben könnte, das es im Deutschen so nicht gibt, kringele wiederkehrende Motive ein … und durchforste im Geiste meinen Bekanntenkreis nach Experten für das jeweilige Thema. Wie zum Beispiel bei dem zweiten Roman von Roland Smith, den ich gerade übersetzt habe: Da brauchte ich einen Meeresbiologen und einen Hobbyfunker, die mir etwas über Riesenkraken und CB-Funk erzählen konnten.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie ein Buch übersetzen?
Ich muss dem Original treu bleiben, ohne daran zu kleben – so dass am Ende ein Text entsteht, dem man nicht anmerkt, dass er aus einer anderen Sprache übersetzt ist.
Welche Autoren übersetzen Sie besonders gerne und welche nicht so gerne und warum?
Ich würde das gar nicht an Autorennamen festmachen: Besonders gerne übersetze ich Romane, die in irgendeiner Form etwas Doppelbödiges haben, einen verborgenen Hintersinn oder auch einfach nur einen ironischen Unterton. In jedem Fall sollten sie etwas mit unserer Welt und unserem Leben zu tun haben, egal ob sie nun hier oder auf einer fernen exotischen Insel, heute oder vor 500 Jahren spielen.
Damit kann ich auch ganz klar sagen, welche Art von Literatur ich nicht übersetzen würde – weil sie mich nicht anspricht: Fantasy und Science-Fiction.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Spargel in allen Variationen – klassisch mit Kartoffeln, Schinken und zerlassener Butter, aber auch als Pastasauce, im Salat oder auf Pizza. Aber das Beste ist die selbst gemachte Spargelcremesuppe meines Vaters: mit Spargelstückchen und herrlichen Fleischklößchen.
Welche Musik hören Sie am liebsten?
Beim Arbeiten begnüge ich mich mit dem ganz profanen Geräuschemix rund um meinen Schreibtisch: Hinterhof-Vogelgezwitscher, Kickgeräusche vom nahen Bolzplatz und Altbausanierungslärm. Irgendjemand hämmert oder schleift eigentlich immer.
Musikalisch bin ich relativ offen … und auch gespannt, was meine Jungs in den nächsten Jahren so anschleppen werden, momentan ist es Balkan Brass. Aber ich merke, dass ich immer wieder bei Jazz lande und bei den 60er-70er Jahren des letzten Jahrhunderts: Dylan, Clapton, Hendrix, Waits, Johnny Cash, Janis Joplin, Joan Baez …
Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Bedenkenlosen Raubbau an der Natur, Zerstörung der Lebensräume aus Profitgier: Rodung der Wälder, Überfischung der Ozeane, Wasser-, Boden-, Luftverschmutzung, Benzinschlucker …
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Mehr Zeit! Denn damit wären gleich viele Probleme auf einen Schlag gelöst – bzw. viele Probleme würden gar nicht erst entstehen.
(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)

