Übersetzer Salah Naoura, Foto: Till Hülsemann
Übersetzer Salah Naoura, Foto: Till Hülsemann

- Steckbrief Salah Naoura

Am liebsten übersetzt er witzige Kinderbücher. Beim Essen schlägt sein Herz für Sushi und (aber nicht mit) Rumpsteak.

Wie heißen Sie, wo wohnen Sie, wie viele Kinder haben Sie?
Ich heiße Salah Naoura, wohne in Berlin und habe, Entschuldigung, keine Kinder – merkwürdig, dass das in der Frage einfach so vorausgesetzt wird.

Aus welcher Sprache übersetzen Sie Bücher ins Deutsche?
Meist aus dem Englischen, seltener auch aus dem Schwedischen oder Französischen.

Welche Bücher übersetzen Sie: Die, die Ihnen selbst gut gefallen oder jene, die ein Verlag Ihnen vorschlägt?
Die Verlage kennen mich und bieten mir Bücher an, von denen sie meinen, dass sie zu mir passen. Manchmal passt es dann aber doch nicht, dann sage ich: „Tut mir leid, aber das kann oder möchte ich nicht übersetzen.“

Wie arbeiten Sie: Erst das Buch lesen und dann übersetzen oder einfach gleich übersetzen?
Am liebsten übersetze ich ein Buch direkt beim ersten Lesen – das ist aber gefährlich, weil man dann ja vielleicht bei der Arbeit feststellt, dass man ein Buch gar nicht mag. Deswegen mache ich das nur noch bei Autoren, die ich gut kenne und von denen ich vorher schon andere Bücher übersetzt habe.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie ein Buch übersetzen?
Zwei wichtige Dinge:
Erstens: Dass der Tonfall stimmt. Jeder Schriftsteller hat seinen eigenen Ton, den muss man auf Deutsch dann versuchen hinzukriegen. Dieser Tonfall muss im ganzen Buch gleich sein – sonst würde es ja klingen wie mehrere verschiedene Bücher in einem.
Und was auch sehr wichtig ist: Wenn etwas unübersetzbar ist (zum Beispiel Gedichte oder lustige Sprüche), muss man selber etwas Neues erfinden, was so klingt, als hätte der Autor es geschrieben.

Welche Autoren übersetzen Sie besonders gerne und welche nicht so gerne und warum?
Ich übersetze inzwischen nicht mehr so gerne Jugendbücher – sie sind mir viel zu lang (ich bin ungeduldig) und meistens auch zu problematisch oder traurig.
Am liebsten übersetze ich Bücher, die so ähnlich sind wie die, die ich selber schreibe. (Ich bin auch Schriftsteller.) Also witzige Bücher für Kinder zwischen acht und elf.
Der Autor, den ich zurzeit am liebsten übersetze, ist der Engländer Frank Cottrell Boyce.

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Sushi (japanische Fischröllchen). Und Rumpsteak. (Aber natürlich nicht beides zusammen.)

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Jazz.

Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Das Benutzen von Handys oder Smartphones auf der Straße und in öffentlichen Gebäuden!
Die Leute stehen überall im Weg und quasseln und tippen sich zu Tode. Niemand schaut den anderen mehr an. Sie telefonieren beim Auto- und Fahrradfahren, was total gefährlich ist. Erwachsene telefonieren, obwohl sich ihre Kinder gerne mit ihnen unterhalten möchten.
Und nach dem Weg fragen kann man auch niemanden mehr, weil alle Stöpsel in den Ohren haben und telefonieren oder Musik hören.
Das Gute an den alten Schnurtelefonen war, dass sie zu Hause blieben!

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Ich würde aus allen Männern „uncoole Weicheier“ machen – ich glaube, dann gäbe es weltweit weniger Krieg und Gewalt und auch den Kindern würde es mit ihren Vätern besser gehen.

(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)