
- Steckbrief Zapf
Wie heißen Sie, wo wohnen Sie, wie viele Kinder haben Sie?
Ich heiße Zapf, lebe zurzeit in Berlin und habe keine Kinder. Dafür aber zwei Katzen, die widersprechen nicht so viel und fressen weniger.
Illustration kommt vom lateinischen „illustrare“ und bedeutet soviel wie erleuchten, erklären, preisen. Was soll erleuchtet und erklärt werden, ein unverständlicher Text vielleicht?
Möglicherweise.
Spannender finde ich die Frage, was die Illustration überhaupt kann. So kann sie der Schlüssel zu anderen Welten sein, oder lediglich abbilden was ohnehin im Text steht. Je nachdem wie Illustration und Text zusammenpassen.
Welche Bücher illustrieren Sie am liebsten: Die, in denen alles ganz genau beschrieben wird oder jene, in denen Figuren, Orte und Geschehnisse nur angedeutet werden?
Da ich vor allem Geschichten illustriere, habe ich ganz gern Freiraum, um die Geschichte auch miterzählen zu können. Wenn der Text schon jedes Detail genau erklärt, wird es schwierig, Illustrationen zu zeichnen, die nicht nur den Text wiederholen.
Aber ich höre mir auch immer gern Vorschläge von Autoren zu Illustrationen an.
Bei Illustratoren ist häufig die Rede vom „eigenen Strich“. Was bedeutet das?
Ich glaube, jeder hat für sich die Hoffnung, dass seine Bilder auf eine Art und Weise gezeichnet sind, die man nicht nur wiedererkennt, sondern darüber hinaus etwas haben, was sie von allen anderen unterscheidet.
Wie ein Fingerabdruck sollen die eigenen Bilder einzigartig sein. Das ist aber sehr schwierig. Es gibt so viele tolle Zeichner und Maler und jeder baut sein Wissen und Können auf den Leistungen anderer auf. Dadurch sind alle Künstler auch miteinander verbunden und alles, was „eigen“ ist, basiert letztendlich auf der Vorarbeit und den Einfällen anderer.
Letztendlich ist der „eigene“ Strich eine Mischung aus den Zeichenstilen von Künstlern, die einen inspirieren, mit einer Prise eigener Unzulänglichkeit und einem Schuss kreativer oder nicht so kreativer Einfälle.
Wie arbeiten Sie: Mit Pinsel und Farben oder mit dem Computer?
Ich arbeite mit allem, was mir zwischen die Finger kommt.
Letztendlich ist für mich nur wichtig, dass am Ende eine Illustration herausspringt, die die Geschichte unterstützt. Macht es da irgendeinen Unterschied womit sie geschaffen wurde?
Was passiert, wenn dem Buchautor Ihre Zeichnungen nicht gefallen?
Na, in dem Fall muss der Text den Illustrationen angepasst werden!
Aber im Ernst, es ist mir noch nicht passiert, dass dem Autor meine Zeichnungen nicht gefallen haben. Manchmal hat er oder sie aber andere Ideen und dann muss man sich zusammensetzen und so lange auf den Autor einreden, bis man sich durchgesetzt hat.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Mein Lieblingsessen ist das, was sich von selbst zubereitet und im Idealfall danach noch die Teller abwäscht.
Welche Musik hören Sie am liebsten?
Ich höre viele unterschiedliche Sachen. Nur was in den Charts läuft, geht meist gar nicht. Beim Zeichnen selbst höre ich aber meist Hörbücher und dann finde ich die von Rufus Beck vorgelesenen super.
Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Privatfernsehen.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass der Wert von Geschichten erkannt und erhalten bleiben würde.
(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)

