Illustrator Jörg Mühle, Foto: privat

- Steckbrief Jörg Mühle

Wie heißen Sie, wo wohnen Sie, wie viele Kinder haben Sie?
Ich heiße Jörg Mühle, lebe in Frankfurt am Main und habe eine wunderbare Tochter.

Illustration kommt vom lateinischen „illustrare“ und bedeutet soviel wie erleuchten, erklären, preisen. Was soll erleuchtet und erklärt werden, ein unverständlicher Text vielleicht?
Manchmal können Illustrationen vielleicht wirklich helfen, unverständliche Texte zu erklären. Und manchmal mache ich sogar Illustrationen für unverständliche Texte, denn ich zeichne ja nicht nur Bilder für Kinderbücher. In der Regel versuche ich jedoch, solche Texte zu vermeiden.
Und wenn ich Bücher illustriere, kommen sie gar nicht in Frage. Dann brauche ich, ganz klar, gute Texte.
Und dann versuche ich, mit meinen Bildern die Bücher vielleicht noch ein kleines bisschen zu verschönern, ihnen Glanz zu verleihen. Denn das steckt in "illustrare" auch drin.

Welche Bücher illustrieren Sie am liebsten: Die, in denen alles ganz genau beschrieben wird oder jene, in denen Figuren, Orte und Geschehnisse nur angedeutet werden?
Ich bevorzuge es, wenn der Text mir Freiheit bei der Gestaltung meiner Bilder lässt und ich Zeichnungen machen kann, die ihn in irgendeiner Form ergänzen und nicht einfach nur wiedergeben.
Ob ein Text mehr oder weniger detailreich ist, kann dabei manchmal weniger wichtig sein, als die Frage, wie viel Spielraum er mir für meine Illustrationen lässt. Was ich in der Regel jedoch nicht akzeptieren kann, sind konkrete Bildvorgaben.

Bei Illustratoren ist häufig die Rede vom „eigenen Strich“. Was bedeutet das?
Es gibt Illustratoren, die eine so einzigartige Technik oder Bildsprache entwickelt haben, dass man ihnen ihre Bilder auf den ersten Blick sofort eindeutig zuordnen kann. Das sind jedoch nur sehr wenige, bedenkt man, wie viele Illustratoren es insgesamt gibt.
Doch auch Illustratoren, deren Stil vielleicht nicht so unverwechselbar ist, können einen "eigenen Strich" haben, wenn es ihnen nämlich beispielsweise gelingt, ihren Blick auf die Welt oder ihren Humor, kurz: einen Hauch ihrer Persönlichkeit in den Zeichnungen durchblitzen zu lassen.

Wie arbeiten Sie: Mit Pinsel und Farben oder mit dem Computer?
Ich arbeite mit Pinseln und mit Farben und mit dem Computer!
In der Regel zeichne ich mit Bleistift oder Tusche, scanne die schwarz-weißen Bilder dann ein und lege die Farben digital an.


Was passiert, wenn dem Buchautor Ihre Zeichnungen nicht gefallen?
Bisher haben sich bei mir nur Autoren gemeldet, denen meine Bilder gefallen haben!
Oft weiß ich aber auch gar nicht, was die Verfasser der Texte von meinen Illustrationen halten und kenne sie auch nicht persönlich, da ich eigentlich nicht mit ihnen, sondern mit den Lektoren des Verlags zusammenarbeite.

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Mindestens genauso wichtig wie das, was auf dem Teller liegt, ist für mich das drum herum.
Ich erinnere mich noch gerne an die Nudeln mit Ketchup, die mein Vater für mich und meine Geschwister liebevoll zubereitete oder an eine Kaschemme in Vietnam, in der ich einen wunderbaren Abend verbrachte. Gleichzeitig fällt mir ein Abendessen ein, das objektiv wahrscheinlich hervorragend war, mir aber nicht so recht munden wollte, weil die Stimmung nicht danach war.

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Ich höre gerne Musik und am liebsten ständig. Die Bandbreite ist ziemlich groß.
Es gibt aber noch viel mehr, was mir nicht gefällt. Zum Beispiel fast alles, was so im Radio läuft. Mit klassischer Musik habe ich es auch nicht so. Und Schlager kann ich nicht ab.

Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Probleme.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Da habe ich mir schon als Kind einen hervorragenden Plan ausgedacht:
eine Feen-Flatrate mit unbegrenzt vielen Wünschen in allen Netzen.


(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)