Illustratorin Ute Krause, Foto: Thomasz Poslada

- Steckbrief Ute Krause


Wie heißen Sie, wo wohnen Sie, wie viele Kinder haben Sie?

Ich heiße Ute Krause und lebe in Berlin. Ich habe ein eigenes und zwei Patchwork-Kinder.


Illustration kommt vom lateinischen „illustrare“ und bedeutet soviel wie erleuchten, erklären, preisen. Was soll erleuchtet und erklärt werden, ein unverständlicher Text vielleicht?
Wenn man Bilderbücher illustriert geht es darum, die Figuren lebendig werden zu lassen und den Kindern viel zu geben, was sie entdecken können. Und natürlich spielt der Humor auch eine wichtige Rolle, ich liebe es, Kinder zum lachen zu bringen.
Wenn ich für Ältere illustriere beschreibt der Autor die Figuren oft im Text, dann gilt es, die Leser, die das Buch in einer Bibliothek vielleicht entdecken, durch die Bilder auf die Geschichte neugierig zu machen. So suche ich am liebsten Szenen heraus, die man gut pointieren kann.
Aber ob das dem „erleuchten“ am nächsten kommt, kann ich natürlich nicht sagen…

Welche Bücher illustrieren Sie am liebsten: Die, in denen alles ganz genau beschrieben wird oder jene, in denen Figuren, Orte und Geschehnisse nur angedeutet werden?
Am liebsten meine eigenen, denn ich schreibe ja auch Bücher, und die versuche ich so zu schreiben, dass ich sie selber gerne lesen würde.
Oft werden die Bücher verfilmt, das ist bei meinen Bilderbüchern der Fall.
Zurzeit werden „Oskar und der sehr hungrige Drache“ und „Wann gehen die wieder?“ fürs ZDF verfilmt.
„Helma legt los“ läuft zu Ostern oft im Fernsehen und aus meinem Bilderbuch „Die Moffels“ habe ich dann die Idee zu einer Serie entwickelt die genauso heißt, nur dass bei der Serie noch Luzi dazu gekommen ist. Dem rbb hat das Konzept gefallen und jetzt läuft die Serie Sonntags im Sandmännchen.

Bei Illustratoren ist häufig die Rede vom „eigenen Strich“. Was bedeutet das?
Das bedeutet, dass ein Kind oder ein Erwachsener gleich erkennt, dass ein Bild von einem bestimmten Illustrator gemalt wurde.
Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass jeder, auf den diese Beschreibung passt, seine ganz eigene Art hat, Figuren zu zeichnen und mit Farben umzugehen.

Wie arbeiten Sie: Mit Pinsel und Farben oder mit dem Computer?
Ich arbeite mit Tinte, Feder und Aquarell. Die Gefahr beim Computer ist, dass genau das was oben genannt wurde – „der eigene Strich“ - verschwindet.

Was passiert, wenn dem Buchautor Ihre Zeichnungen nicht gefallen?
Das ist, so weit ich weiß, noch nie passiert! Zum Glück!

Was ist Ihr Lieblingsessen?
Schokolade natürlich!

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Klassische Musik, dabei kann ich so schön arbeiten.

Was würden Sie verbieten, wenn Sie es könnten?
Zum Beispiel, dass die Schule so früh anfängt. Dabei gibt es Studien, die belegen, dass vor allem Teenager so früh noch gar nicht aufnahmefähig sind.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?
Das ich nochmals 1000 Wünsche hätte!
Mit denen würde ich mir dann so einiges wünschen – z.B. keine Kriege, dass Menschen friedlich miteinander leben und in freundlicher Offenheit aufeinander zugehen, egal welcher Religion oder Rasse sie angehören.
Dass Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und Internet, Fernsehen, Playstation usw. nicht mehr so wichtig für die Kinder ist. Sondern, dass sie wieder viel mehr spielen und aus ihrer eigenen Kraft heraus schöpfen, anstatt zu passiven Konsumenten zu werden. Und so könnte ich die Liste noch lange fortsetzen.


(Sachdienliche Hinweise zum Steckbrief nahm Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm entgegen.)