Marc Langebeck, Quelle: rbb

- Interview mit Marc Langebeck

Der quergelesen-Moderator über das Querlesen, seinen privaten Literaturgeschmack, und seine Wünsche, wenn er drei solche frei hätte

Marc, nun ist es fast drei Jahre her, dass du bei "quergelesen" als der Front-Bücherwurm eingestiegen bist. Wie gefällt es dir, der Moderator der einzigen Büchersendung für Kinder im deutschen Fernsehen zu sein?
Sehr gut. Die Moderation dieser Sendung liegt mir, gerade auch weil sie so einzigartig im deutschen Fernsehen ist, besonders am Herzen. Wenn wir über den Umweg des Fernsehens zum Lesen anregen können, dann ist das eine famose Sache!

Mal ehrlich: Hast du immer alle Bücher von vorne bis hinten gelesen? Oder nimmst du den Sendungstitel wörtlich?
Ich bemühe mich, sämtliche Bücher einer Sendung vor der Produktion zu kennen, demnach meistens mehr als nur quer zu lesen. Freilich gelingt das immer dann besser, wenn mir die Titel besonders gefallen und je eher ich sie in die Finger kriege.

Welche Bücher liest du denn privat am liebsten?
Es gibt kein bestimmtes Genre. Ich bin an verschiedener Literatur interessiert. Allerdings gibt es Autoren, zu denen ich immer wieder gerne greife: Arthur Schnitzler, Kafka, Thomas Mann, Hesse, Max Frisch, Camus, Kundera.

Was machen deine Studien an der FU Berlin und der Uni Potsdam? Müssen wir bald ein "Doktor" vor deinen Namen setzen?
Bis dahin ist es noch ein gutes Stück. Zunächst einmal gilt es, mein Magister-Studium abzuschließen, was mir ganz bestimmt auch schon in Kürze gelingen wird. Eine anschließende Promotion halte ich für ein überaus erstrebenswertes Ziel.

Wir haben bei dir eine besondere Vorliebe für ein Grundnahrungsmittel ausgemacht: Du liebst Brot. Du magst die Musik von Fettes Brot und Bernd, das Brot magst du auch.
Schaust du dir auch so gerne deine Raufasertapete an oder wie verbringst du sonst so deine Freizeit?
Fettes Brot säuselten während des Sturm und Drang meines Zivildienstes hin und wieder in meine Ohren, vor allem ihre älteren Stücke. Bernd das Brot dagegen ist und bleibt einer der sympathischsten Gesellen des jüngeren Deutschen Fernsehens.

Im Übrigen habe ich gar keine Raufasertapete und würde dieser auch keinerlei Beachtung schenken, da ich in meiner Freizeit lieber anderen Dingen Aufmerksamkeit schenke.

So verbringe ich diese am Liebsten mit einem guten Buch oder erfreue mich am reichhaltigen Kulturangebot der Stadt Berlin, also insbesondere Theater- oder Konzertbesuche.

Im Märchen hat man oft drei Wünsche frei. Welche drei Wünsche hättest du?
Erstens, quergelesen sollte wöchentlich ausgestrahlt werden – die bescheidenen fünfzehn Minuten einmal im Monat reichen gerade mal so aus, um anzudeuten, dass hinter Twilight und den ganzen variierenden Mittelerden noch viele andere interessante Bücherwelten im Verborgenen liegen, die es allemal wert sind, entdeckt zu werden. Zweitens, dass wir mit unserer Sendung vielleicht auch diejenigen fürs Lesen begeistern können, die sich bisher damit nur wenig beschäftigt haben. Und drittens, dass es quergelesen noch viele Jahre geben wird!


Quergefragt hat Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm