- Die stummen Schreie

Die 14-jährige Emma versucht ihre schlimme Vergangenheit hinter sich zu lassen, um erleichtert in ihre Zukunft gehen zu können.

Emma ist eine Tutsi aus Ruanda, einem Land in Afrika. Sie hat miterlebt, wie ihre Mutter im Rahmen der Massenabschlachtung des Tutsi-Volkes ermordet wurde. Eines Tages fahren Lastwagen mit Gefangenen in ihrem Dorf vor. Emma erkennt unter ihnen den Mörder ihrer Mutter. Um unbeschwert vorwärts gehen zu können, muss sie erstmal zurück gehen, obwohl das Erinnern schwer und vor allem schmerzhaft ist.

Die Autorin gestaltet Emmas Geschichte bewusst in einer sachlichen Sprache. Die Ereignisse werden mit einer gewissen Distanz erzählt und der Leser bekommt einen Eindruck von der Dumpfheit in Emmas Kopf. Die Geschichte ist nicht spannend oder lustig. An Emmas Beispiel kann man gut nachvollziehen, wie es hunderten von Kindern in Ruanda ging und auch heute noch geht. Anstatt Faktenaneinanderzureihen, spricht die Autorin den Leser in seinem Mitgefühl an und erreicht so eine höhere Identifikation mit Emma. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an. Gerade diejenigen, die vorher noch nie von der Verfolgung der Tutsi in Ruanda gehört haben, werden ihr Interesse für dieses Thema entdecken.


Von der Sprache her ist das Buch etwa ab der 4. oder 5. Klasse geeignet. Allerdings sind die Inhalte teilweise grausam. Daher empfehle ich es Jungen und Mädchen ab der 7. Klassenstufe.

Querkritik von Anne Claßen, 17 Jahre


Die stummen Schreie

Titel: Die stummen Schreie
Autorin: Elisabeth Combres
Verlag: © 2010, Boje Verlag
ISBN: 978-3-414-82119-5

Preis: 9,95 €