
- Die Lektorinnen
Für eine Büchersendung sind Lektoren sehr wichtig, das sind Menschen, die Bücher beurteilen.

Lektorin Claudia Kühn
Claudia Kühn ist selbst Autorin und schreibt auch Kinderbücher. Sie liest also mit fachlich geschultem Blick, weniger wie „der normale Leser“. Hinderlich ist das aber nicht. Im Gegenteil: Wenn Kollegen von ihr ein tolles Buch geschrieben haben, dann freut sie sich darüber.
Außerdem gibt sie Schreibkurse für Kinder und Jugendliche. Und wer schreibt, der liest auch, gerne und viel. Und so lesen ihre Kursteilnehmer auch das eine oder andere Buch für „quergelesen“ und bewerten es aus der Sicht der Zielgruppe.
Alle zwei Monate ist Claudia Kühn in der Redaktion zu Gast und hat dann ca. fünf bis sechs Bücher gelesen und beurteilt.

Lektorin Margit Lesemann
Ja, sie heißt wirklich so! Und mit diesem Namen muss man eine „Lesefrau“ beim Büchermagazin werden!
Von Beruf ist Margit Lesemann Journalistin. Sie schreibt zum Beispiel Rezensionen für Fachzeitschriften. Der Schwerpunkt liegt bei Kinderbüchern – kein Wunder also, dass sie bei „quergelesen“ gelandet ist.
Das besondere Interesse für Kinderbücher entstand, als ihre eigenen Kinder anfingen, zu lesen. Und vier Kinder lesen eine Menge! Inzwischen sind ihre Kinder erwachsen, aber Margits Liebe zum Kinderbuch ist geblieben.
Sie mag nicht so gerne Fantasy-Bücher, aber manchmal kann darauf keine Rücksicht genommen werden, da muss sie dann durch. Und manchmal tauchen Fantasy-Elemente in einer Geschichte auf, in der man sie gar nicht vermutet hätte.
Übrigens, von all unseren Lektoren zusammen werden pro Jahr etwa 1000 Bücher gelesen und beurteilt!

Die Arbeit der Lektoren
Alle zwei Monate lädt Redakteurin Anke Sperl die Lektoren zu sich ins Büro nach Potsdam-Babelsberg ein. Dann gibt’s Kaffee, Tee und Wasser und auch ein Stückchen Schokolade und dann wird geredet. Reihum stellt jeder die Bücher vor, die er gelesen hat.
Natürlich wird erstmal der Inhalt erzählt, die Geschichte. Schon beim Zuhören bekommt man ein Gefühl dafür, ob einem selbst das Buch gefallen könnte.
Die wichtigste Frage lautet: Gibt es überhaupt eine richtige Geschichte? Denn ohne eine Geschichte kann ein Buch noch so gut geschrieben sein, dann zündet es einfach nicht.
Aber die Profi-Leser achten auch noch auf andere Aspekte. Welche Figuren begegnen uns im Buch? Was tun sie und warum? Kann sich der Leser in ihre Welt hineinversetzen? Sind ihre Handlungen nachvollziehbar? Wie sehen die Handlungsschauplätze aus? Wie wird mit der Sprache umgegangen? Wie sehen die Illustrationen aus (wenn es welche gibt)? Wie ist die Übersetzung gelungen (wenn es ein nicht deutschsprachiges Buch ist)?
Schließlich formuliert auch jeder seine persönliche Meinung: „Das hat mir ausgesprochen gut gefallen!“, oder „Ich lehne es ganz stark ab.“ und „Es ist schrecklich geschrieben.“ Oder auch: „Das ist alles viel zu klischeehaft erzählt.“
Die Meinungen reichen von Begeisterung über Durchschnitt bis zu totaler Ablehnung.

Während des Treffens schrumpfen die Bücherstapel vor den Lektoren zusehends zusammen. Und der Stapel vor der Redakteurin Anke wird größer und größer.
Und es reifen die ersten Ideen, welche Bücher in der Sendung vorgestellt werden könnten, welche für einen Tipp auf der Homepage gut sind und schließlich auch, welche in der Rubrik „Aussortiert“ landen.

Sind alle Bücher besprochen, schleppt Anke den Stapel samt schriftlicher Einschätzungen zu ihrem Schreibtisch. Zurück kommt sie mit neuen, anderen Büchern. Jeder Lektor bekommt wieder fünf oder sechs neue Werke – und in zwei Monaten gibt’s das nächste Treffen.
Unser üblicher Schlusssatz „Lest schön!“ gilt natürlich auch hier.
Quergelauscht bei den quergelesen-Lektoren hat Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.

