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rbbonline | Archiv


Nach dem ARD-Film „Heilung unerwünscht“ häufen sich in Hautarztpraxen die Fragen nach dem Medikament „Regividerm“. Das Mittel soll gegen Neurodermitis und Schuppenflechte helfen und kaum Nebenwirkungen haben.
Fast jedes fünfte Kind hat heutzutage Neurodermitis. Bei den meisten heilt die Erkrankung im Laufe der Pubertät aus; allerdings sind noch drei Prozent der Erwachsenen betroffen. Neurodermitis ist eine chronische, juckende, oberflächliche Entzündung der Haut. Die genaue Entstehung ist nach wie vor ungeklärt. Bekannt ist, dass Eltern die Neigung dazu vererben können.
Die Haut von Neurodermitikern ist schuppig und rau mit Lichenifikationen (Hautverdickung) und Rhagaden (Hautrissen). Ein intensiv quälender Juckreiz tritt auf, die Haut neigt zu Rötungen und Entzündungen. Bei Babys sind typischerweise Kopfhaut und Wangen vom sogenannten Milchschorf bedeckt, der sich häufig im Laufe der ersten Lebensjahre von selbst zurückbildet. Um das dritte Lebensjahr entstehen die typischen Symptome besonders an Ellenbeugen und Kniekehlen, dort ist die Haut verdickt. Komplikationen entstehen, wenn sich die aufgekratzten Stellen infizieren. Im Erwachsenenalter sind meist Hände, Ohren, Hals und Gesicht befallen.
Bei Neurodermitis ist eine Hautpflege mit rückfettenden Ölbädern, Cremes und Lotionen gleichzeitig auch Therapie. Im beschwerdefreien Zeitraum angewendet, beugen sie neuen Krankheitsschüben vor. Im Schub helfen wirkstoffhaltige Cremes. Kortison beispielsweise unterdrückt die überschießende Immunreaktion und dämmt die Entzündung ein.
Ein Produkt, das die Entzündung hemmt und gleichzeitig wenige Nebenwirkungen hat, gab es bislang nicht. Regividerm ist ein Naturprodukt aus Avocadoöl und Vitamin B12, das genau diese beiden Bedingungen erfüllen soll. Für die Wirkung der Vitamin-B12-Creme liegen drei Berichte vor: ein Therapievergleich mit einem Plazebo an 49 Neurodermitis-Patienten, ein Vergleich mit Calicopatriol an 13 Psoriasis-Patienten (beides Uni Bochum) und eine randomisierte Doppelblind-Studie an 21 Neurodermitis-Patienten unter 18 Jahren. Sie erfüllen allerdings nicht die Bedingungen, die für Studien von zugelassenen Medikamenten gelten. Die Datenlage ist demnach zwar positiv, aber an wissenschaftlichen Standards gemessen bei weitem nicht ausreichend. Insbesondere fehlen Langzeitergebnisse.
Von einer Heilung der Neurodermitis durch Regividerm kann nicht gesprochen werden, da auch diese Creme lediglich Symptome behandelt. Anscheinend muss die Salbe dauerhaft angewendet werden – wie andere Salben bei chronischen Hauterkrankungen auch.
Die Markteinführung von Regividerm soll hierzulande am 16.11.2009 stattfinden. Vertriebspartner ist die Mavena Health Care. Die Rezeptur ist zwar bereits heute auf einschlägigen Internetseiten einsehbar, doch das Anmischen ist nicht ganz einfach und wird nicht in jeder Apotheke gemacht.
Quivive – Redaktion sucht Zuschauer
Wenn Sie vorhaben, am Besten gemeinsam mit Ihrem Arzt eine Behandlung mit der Salbe Regividerm zu beginnen, dann melden Sie sich bei uns! Wir sind an Ihren Erfahrungen interessiert und würden das gern mit der Kamera begleiten. Bei Interesse melden Sie sich unter folgender Telefon-Nummer: 01805 – 21 71 21 (14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz)
Filmbeitrag: Johannes Mayer
Infotext: Constanze Löffler
Stand vom 11.11.2009
Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 11.11.2009 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/quivive/archiv/quivive_vom_11_11/hoffnung_bei_neurodermitis.html