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Nasenspray, Halstabletten und Papiertaschentücher - gegen die Grippe braucht es noch mehr. [dpa]

Husten, Schnupfen, Fieber

Es ist Grippezeit - wie jedes Jahr

Sie lauern auf Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Türklinken oder an der Computermaus: Die Grippeviren sind in Deutschland unterwegs – und haben Berlin und Brandenburg erreicht.

In der 6. Kalenderwoche (04.-10.02.2013) kletterte die Zahl der registrierten Influenza-Fälle auf 300 - der bisherige Spitzenwert für 2013. In der laufenden Woche wurden 150 Fälle vom Robert-Koch-Institut (RKI) registriert. Die Zahlen seien aber noch nicht besorgniserregend. Es handele sich um einen "typischen Anstieg zu einer üblichen" Zeit, sagt Susanne Glasmacher vom RKI gegenüber rbb online. Ungewöhnlich ist diesmal nur, dass die Grippewelle bereits im Dezember letzten Jahres begonnen hat. In der Regel startet sie im Januar oder Februar und dauert ungefähr drei Monate.

Händewaschen nicht vergessen

Händewaschen (Bild: dpa)

Wichtige Vorbeugung gegen Grippeviren 

Ob es in diesem Jahr noch eine große Epidemie gebe, könne nach derzeitigem Stand aber nicht vorausgesagt werden - auch wenn die Arztpraxen in Berlin und Brandenburg derzeit zum Bersten voll sind. Nicht jede Erkältung ist zudem gleich eine Grippe.

Häufiges Händewaschen ist jetzt sehr wichtig, denn die "echte" Grippe (Influenza) wird zu 80 Prozent per Schmierinfektion über die Hände übertragen. Was noch alles zu beachten ist, hat rbb online zusammengefasst:

Lohnt sich noch eine Grippeschutz-Impfung bzw. wer sollte sich impfen lassen?

Der ideale Zeitpunkt für die Grippe-Impfung ist der Herbst zwischen September und November. Obwohl die Grippezeit begonnen hat, lohnt sich aber auch jetzt noch eine Schutzimpfung. Wirklich geschützt ist man erst zwei Wochen nach dem Impftermin. So lange braucht der Körper, um den Schutz aufzubauen. Dieser hält ein halbes Jahr vor.

Ideale Impfzeit ist zwischen September und November 

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt folgenden Risikogruppen eine Grippe-Impfung:

- Menschen, die über 60 Jahre alt sind
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Grundkrankheiten (z.B. Asthma, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten)
- Schwangere
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV-Infektionen
- Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder die gefährdete Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten: dazu zählen Ärzte und weiteres Krankenhauspersonal sowie Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen und Altenheimen oder auch Busfahrer und Lehrer.

Auch Menschen, die direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben, wird eine Impfung empfohlen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Grippe und einem grippalen Infekt?

Mann im Bett, vor ihm türmen sich Erkältungsmedikamente, Quelle: dpa

Wenn die Grippe einen erwischt hat... 

Typisch für die echte Grippe ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn: Hohes Fieber und die typischen Symptome wie Halsschmerzen, trockener Husten, Kopf-, Muskel- und/oder Gliederschmerzen treten akut auf. Weitere Symptome können Schweißausbrüche, Schwäche, aber auch Übelkeit und Erbrechen sein. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen. Bei Komplikationen kann sich die Krankheitszeit dementsprechend verlängern.

Ein grippaler Infekt hat einen langsameren Beginn, er schleicht sich an und das Fieber bleibt im niedrigeren Bereich.

Wie kann man sich vor der Übertragung von Grippeviren schützen?

Hände waschen: Mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Seife waschen und im Alltag möglichst vom Gesicht fernhalten.

Husten mit Abstand: In den leicht gebeugten Ärmel und nicht in die Hand husten und dabei genügend Abstand zu anderen Personen lassen.

Bett hüten: Bei fieberhafter Erkältung, Magen-Darm-Infekt oder Grippe nicht arbeiten, sondern zu Hause erholen.

Körperkontakt vermeiden: Wenn man erkrankt ist, sollte man auf Körperkontakt wie Umarmen oder Küssen verzichten. Am besten sollte sich der Erkrankte in einem separaten Raum aufhalten.

Frische Luft: Geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten lüften. Die Zahl der Viren in der Luft wird verringert, ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute wird verhindert.

Vanessa Witzki, rbb online

Stand vom 06.02.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 06.02.2013 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Mehr Infos im rbb

Suspension für die Injektion und zwei Spritzen, Grippeimpfung (Bild dpa)

rbb PRAXIS Service

Durch Impfung der Grippewelle entkommen?

Das Robert-Koch-Institut rät Personen mit einem besonderen Risiko (Grunderkrankung, Schwangerschaft, Alter über 60), sich impfen zu lassen. Der volle Schutz wird nach zwei Wochen erreicht, also noch vor Ende der Grippesaison. [rbb Praxis]

Grippeviren werden untersucht, Quelle: dpa

rbb PRAXIS News vom 12.10.2012

Experten erwarten stärkere Grippewelle

Während im vergangenen Winter die Grippewelle in Deutschland mild verlief, erwarten Experten für das kommende Jahr eine schwerere Influenzawelle. Ärzte und Gesundheitsbehörden empfehlen den Oktober und November, um sich einer Schutzimpfung zu unterziehen. _mehr

Infos im www

Impfen-Info

Wichtige Informationen zum Thema Impfungen. Insbesondere zur Grippeimpfung. [www.impfen-info.de]

Arbeitsgemeinschaft Influenza: Hier finden Sie aktuelle und fundierte Informationen zur Aktivität der Influenza in Deutschland.
[Robert-Koch-Institut]

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/ratgeber/beitraege/Grippezeit_in_Berlin_und_Brandenburg.html

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