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Logos Sozialer Netzwerke - (Quelle: dpa)

Hintergrund

Was man über soziale Netzwerke wissen sollte

In sozialen Netzwerken kann man Beiträge schreiben, Fotos von sich und Freunden hochladen, interessante Links teilen und sich mit Freunden, Studienkollegen und Schulkameraden vernetzen.

Man sollte aber bedenken, dass bei vielen Netzwerken in der Voreinstellung Online-Konversationen und -Bilder für viele oder gar jeden zugänglich sind. Über solche offenen Voreinstellungen können zum Beispiel peinliche Fotos einer Person im Netz landen. Schnell bekommt so etwas eine Eigendynamik, denn vielleicht Unbekannte könnten das peinliche Bild verlinken oder es auf eine andere Website kopieren. Spätestens dann hat man kaum noch eine Chance, das eventuell zu private Foto unter Kontrolle zu bekommen.

Die Kontrolle über Eigenes behalten

Ein Dienst wie Twitter wiederum ist grundsätzlich darauf ausgelegt, dass alle Kurznachrichten offen einsehbar sind. Demzufolge muss man als Nutzer besonders aufpassen, was man veröffentlicht. Ein missratener "Tweet" kann noch schneller negative Kreise ziehen als ein Beitrag in einem Netzwerk. Auch wenn es dem Prinzip von Twitter etwas zuwiderläuft: Der Dienst lässt sich so konfigurieren, dass nur Freunde mitlesen können.

Insgesamt bedeutet das: Man sollte sich bei jeder Plattform etwas Zeit nehmen, um die Privatsphäre-Einstellungen einzusehen und zu konfigurieren. Dazu gehört auch, dass zum Beispiel nicht Dritte, also Freunde meiner Online-Freunde, meine eigenen Fotos, Beiträge und Links ansehen können sollten. Denn man selbst hat möglicherweise eine ganz andere Schwelle, aber der man sich mit jemandem befreundet. Während manche sich möglicherweise nur mit sehr vertrauten Personen verbinden, können andere mit fünfhundert, tausend oder mehr Menschen befreundet sein. Darunter ist über einige Ecken mit hoher Wahrscheinlichkeit jemand, der einen kennt - dem man aber möglicherweise keinen Einblick gewähren will, etwa Ex-Partner, Chefs oder entfernte Kollegen.

USA: Andere Datenschutzbestimmungen

Wichtig auch: Zahlreiche Anbieter haben ihren Sitz nicht in Deutschland, sondern in den USA. Demzufolge unterliegen sie ganz anderen gesetzlichen Bestimmungen als hiesige Unternehmen. Das kann mehrere Folgen haben: Ein Unternehmen muss unter Umständen deutlich weniger Datenschutzbestimmungen einhalten, und darf ganz legal persönliche Daten an Werbefirmen weiterverkaufen. Weiterhin kann es sein, dass Regierungsbehörden viel weiter reichenden Zugriff auf Daten bekommen können als hierzulande. Das muss nicht viel bedeuten, aber man sollte im Hinterkopf haben, dass Unerwartetes passieren kann.

Ein bisschen Misstrauen ist bei gewerblichen Webseiten grundsätzlich angebracht. Denn ein wesentlicher Geschäftszweck sozialer Netzwerke ist es, möglichst viel Interessantes über die Teilnehmer herauszufinden - für die Werbekunden. Ein Unternehmen sammelt möglicherweise ohne konkretes Ziel schon jetzt Daten, die später weitreichend genutzt werden können.

Privatsphäre - eine Sache der Einstellungen

Die Tendenz bei sozialen Netzwerken lautet bisher: Immer mehr Menschen nehmen daran teil. Das macht solche Netzwerke wiederum für immer mehr andere Menschen attraktiv. Zugleich passen Unternehmen wie Facebook ihre Datenschutzstandards in ihren Nutzungsbedingungen immer weiter nach unten an. Zwar werden einige Grundeinstellungen etwas verbessert, zugleich aber die Rechte der Firma an den Daten immer stärker ausgeweitet.

Soziale Netzwerke ermöglichen vielen Menschen, auf neue Weise miteinander in Verbindung zu treten. Oder auch, alte Freunde auf leichte Art wieder zu treffen. Jedoch ist es wichtig, dass Unternehmen den Wunsch nach Privatsphäre respektieren, und die Grundeinstellungen eher restriktiv gestalten. Andernfalls muss man selber ran. Das dauert nicht lange und zahlt sich später vielfach aus.

Michael Hörz

Stand vom 04.01.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 04.01.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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