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Diese Pflanze ist der Schrecken vieler Allergiker: das beifußblättrige Traubenkraut, besser bekannt als „Ambrosia". Die Blüten der Pflanze sind gespickt mit unzähligen Pollen. Und jede einzelne kann für Allergiker zum Problem werden.
Allergiker atmen normalerweise zu Beginn des Herbstes auf, weil die Pollenflugsaison langsam endet. Doch seit einigen Jahren breitet sich in Deutschland eine Pflanze aus, deren Pollen noch bis weit in den Oktober hinein fliegen: Ambrosia, Traubenkraut oder Ragweed heißt das Gewächs, deren Pollen als hochgradig Allergie auslösend gelten. Selbst Menschen, die bislang von Allergien verschont blieben, können darauf allergisch reagieren. Ambrosia führt bereits in einer sehr geringen Pollenkonzentration zu Allergien: Fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um allergische Beschwerden zu verursachen. Die Symptome sind oft sehr stark und können schnell in allergisches Asthma übergehen. Wegen des hohen Allergie auslösenden Potentials ist zu befürchten, dass durch Ambrosia sensibilisierte Menschen später auch auf harmlosere Pollen reagieren.
Ambrosia kommt ursprünglich aus Nordamerika, findet sich aber – übertragen durch Getreidelieferungen – zunehmend in Europa. Vor allem Norditalien, Südfrankreich, Ungarn und die Schweiz sind betroffenen, ebenso wie inzwischen ganz Deutschland. Die allgemeine Klimaerwärmung hat dazu beigetragen, dass sich die ursprünglich hier fremde Pflanze jetzt in Europa heimisch fühlt. Vom Aussehen ähnelt das Traubenkraut dem Gemeinen Beifuß. Die einjährige krautige Sommerpflanze wächst bevorzugt auf mageren Böden und findet sich oft am Straßenrand und auf Brachflächen. Sie kann je nach Bodenbeschaffenheit bis zu zwei Meter hoch werden. Jede Pflanze produziert bis zu 50.000 Samenkörner, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig sind. Sie kann sich explosionsartig ausbreiten, da Ambrosia keine natürlichen Feinde wie Pilzsporen hat.
Die Pollen gelten in den USA bereits als Allergieauslöser Nummer eins. Zwar sind Experten sich noch nicht einig, wie groß die Bedrohung durch Ambrosia in Deutschland tatsächlich ist. Doch vermutet wird, dass 80 Prozent derjenigen, die bereits eine Pollenal-lergie haben, auch auf das Traubenkraut allergisch reagieren könnten. Schon die Berührung der behaarten Stiele kann eine Kontaktallergie auslösen, weshalb man die Pflanze am besten mit Handschuhen ausreißt. Wer Ambrosia in seinem Garten oder der näheren Umgebung findet, sollte der Pflanze mit Wurzel den Garaus machen und diese in Plastik-tüten verpackt in die Hausmülltonne werfen oder verbrennen. Die Pflanzenabfälle gehören auf keinen Fall auf den Kompost, weil sich Samen und Pollen dann wieder ausbreiten können.
Eine Smartphone-App hilft, den Ambrosia-Wuchs an möglichst vielen Standorten in der Region Berlin und Brandenburg zu dokumentieren. Sie ist ganz leicht zu bedienen. Die Daten landen im Ambrosia-Atlas der Region. Zu finden ist der zum einen in der App selbst, aber auch auf der Homepage des "Berliner Aktionsprogramms gegen Ambrosia" der Freien Universität FU. In Berlin werden vor allem in Adlershof, Marzahn und Lichtenberg Ambrosien gemeldet. In Brandenburg ist insbesondere die Region um Drebkau betroffen. Dort wurde die Ambrosia wahrscheinlich über verunreinigtes Saatgut eingeschleppt. Das Resultat: Auf manchen Feldern wächst heute schon mehr Ambrosia als Weizen.
Filmbeitrag: Benjamin Kaiser
Infotext: Constanze Löffler












