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Der Hochsommer mit extrem heißen Temperaturen macht gerade eine Pause, an den Seen rund um Berlin ist wieder Ruhe eingekehrt. Dennoch ist es sinnvoll, sich zu erkundigen, welcher Badesee im Umland bei der nächsten Hitzewelle zur Abkühlung taugt. Denn die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Und in der zweiten Sommerhälfte machen sich überall Blaualgen breit – nicht alle sind ungefährlich.
Badeseen – sie bieten uns die willkommene Abkühlung, wenn die Temperaturen wieder steigen. Das Wasser der Seen wirkt meist frisch und klar – doch ein zweiter Blick ist bei vielen Seen angebracht. Denn sie sind nach der anhaltenden heißen und lichtintensiven Witterung der vergangenen Wochen voller Algen.
Vor allem die sogenannten Blaualgen tragen ab der zweiten Julihälfte zu einer massenhaften "Wasserblüte" bei. Der Name "Blaualge" ist irreführend, denn es handelt sich um Bakterien, sogenannte Cyanobakterien. Sie entwickeln sich besonders gut, wenn das Wasser reich an Phosphor und Stickstoff ist. Diese Substanzen stammen aus Regenwassereinleitungen oder der Landwirtschaft, sie dienen den Algen als Nährstoffe. Je mehr Blaualgen sich in den Gewässern und Seen entwickeln, desto weniger Licht erreicht die Wasserpflanzen in größeren Tiefen. Es kommt zu Sauerstoffschwankungen, einer getrübten Sicht und unter Umständen zu Fischsterben.
Die Algen sammeln sich an der Wasseroberfläche, in Ufernähe und Buchten, auf freien Wasserflächen und in tieferen Gewässerschichten. Die meisten Blaualgenarten sind für den Menschen harmlos. Doch einige Blaualgenarten beeinträchtigen dennoch das Badevergnügen. Denn sie bilden Gifte, die so genannten Algentoxine. Gefährdet sind besonders Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter, da sie beim Toben im ufernahen Bereich häufig Wasser verschlucken. Werden Toxine in den Körper aufgenommen, können sie zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Bei empfindlichen Personen kann es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen.
Wann es genau zu einer Auf- und Anschwemmung der Blaualgen kommt, können Behörden schwer vorhersagen. Denn so schnell, wie sich Blaualgenanschwemmungen gebildet oder sogar als ganze Teppiche zusammen geschoben haben, können sie sich auch wieder auflösen. Als Faustregel gilt, dass man bei knietiefem Wasser noch die Füße sehen sollte. Wer an seinem Lieblingsbadeteich grüne oder blaugrüne Schlieren oder "Algenteppiche" entdeckt, sollte dort lieber auf das Baden verzichten – oder sich danach duschen und die eventuell anhaftenden Blaualgen abspülen.
Auf die besonderen Hinweise oder Warnschilder der Gesundheitsämter an der Badestelle sollten Badende auf jeden Fall achten. Zum Schutz der Gesundheit werden die Badegewässer in Deutschland zudem regelmäßig auf ihre Qualität hin kontrolliert. Auch Algentoxine werden in die Untersuchungen der Gesundheitsbehörden einbezogen. Für einige weltweit verbreitete Blaualgengifte wurden Grenzwerte erlassen. Um mögliche körperliche Schäden auszuschließen, werden belastete Seen hierzulande gesperrt oder entsprechende Warnungen an die Bevölkerung herausgegeben.
Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner










