-
Treppenspringen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, Liegestütze am Geländer in der City von Potsdam oder Seilspringen vor der East-Side-Gallery. Der öffentliche Raum bietet alles, was man für einen Fitness-Workout braucht. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht oder an Kleingeräten wie Seilen oder Therabändern. Genutzt wird dafür, was sich an Ort und Stelle findet: Treppen, Bäume, Stufen und Bänke. Man springt, hebt und balanciert. Ein Ganzkörpertraining.
Deutschland hat den Sport wiederentdeckt. Das Körperbewusstsein hat sich verändert, immer mehr Bundesbürger versuchen zumindest, sich regelmäßig zu recken und zu strecken. Eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio können heute wohl viele Großstädter vorweisen. Doch die beste Zeit der "Muckibuden" könnte bald vorüber sein. Denn der Trimm-Dich-Pfad aus den 70er Jahren erlebt eine Renaissance – mit urbanem Anstrich.
"Trimm Dich" hieß die Fitness-Kampagne des Deutschen Sportbundes vor gut 40 Jahren. Sie rief auf zum Waldlauf, Brennball oder Völkerball, Lauftreffs und "Trimm Trab ins Grüne". Ziel des Sportbundes war es, das Übergewicht bei immer mehr Menschen durch Bewegung zu reduzieren. In den Achtzigern kam die Bewegung dann wieder ins Stocken, die Trimm-Dich-Pfade in Wald, Park und Feld verrotteten.
Heute entdecken die Menschen die sportliche Betätigung im Freien wieder für sich. Nachdem sie zunächst jahrelang in Fitnessstudios mit Dauerbeschallung in stickigen überfüllten Kursräumen geschwitzt haben, zieht es sie nun wieder hinaus ins Freie – in den städtischen Raum. Immer mehr Sportler entdecken die Stadt als optimale Trainingsumgebung und wünschen sich Sport draußen und unabhängig von Öffnungs- und Studiozeiten.
So erobern die fitnessfreudigen Städter die Innenstadt als Sportplatz – und genießen dabei nicht nur die moderne Architektur mit viel Freifläche und Beton, sondern auch Treppen, Geländer und Bänke als abwechslungsreiche Trainingsgeräte. So eignen sich zum Beispiel Geländer, um daran Liegestütze zu machen. Parkbänke dienen nicht dem Mittagsschläfchen, sondern Kraftübungen für einen knackigen Po und gestählte Oberschenkel. Treppenstufen laden ein zum Kniehebelauf. Überall bietet die Stadt zudem Parks mit frischem Grün und guter Luft. Perfekt, um die Kraftübungen am Gerät mit dem entsprechenden Ausdauertraining zu kombinieren.
Filmbericht: Carola Welt
Infotext: Beate Wagner










