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Der Sommer ist sonnig, heiß und oft unbeschwert – doch aufgepasst: In der schönsten Jahreszeit lauern auch Gefahren. Denn trotz des harten Winters sind Bienen und Wespen zuhauf in diesen Wochen unterwegs.
Ein Wespen- oder ein Bienenstich ist für Erwachsene nicht gefährlich. Die Haut färbt sich kurz nach dem Stich lediglich rund um die Einstichstelle rötlich, schwillt an und schmerzt. Bei Allergikern aber sieht das ganz anders aus. Bei ihnen können Insektenstiche (meist Bienen, Wespen oder Hornissen) sogar tödlich enden.
Das statistische Bundesamt meldet 40 Todesfälle pro Jahr bedingt durch Bienen- oder Wespenstiche. Wahrscheinlich sind es aber viel mehr Betroffene. Bei Allergikern reagiert das Immunsystem unangemessen heftig und mobilisiert die körpereigene Abwehr. Der Körper schüttet Substanzen wie Histamin aus.
Ist die Reaktion extrem, kommt es zu einem anaphylaktischen Schock. Dabei wird durch die freigesetzten Substanzen eine lebensbedrohliche Kettenreaktion mit niedrigem Blutdruck, Bewusstseinsstörung und einem schnellen Puls ausgelöst. Denn durch eine Erweiterung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck so schnell ab, dass eine Durchblutung aller Organe nicht mehr gewährleistet werden kann. Hinzu kommt, dass bei einem Schock Flüssigkeiten aus den Gefäßen austreten und sich als Ödeme (Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlung) im Gewebe ablagern. Durch die Minderdurchblutung bricht der Kreislauf zusammen. Von starker Atemnot bis hin zum Herzkreislaufstillstand ist alles möglich.
Allergiker sollten deshalb immer ein Notfallset mit den notwendigen Medikamenten (also beispielsweise Antihistaminika) bei sich tragen. Ersthelfer und Umstehende sollten im Fall eines Stiches Ruhe bewahren und sich um den Patienten kümmern:
- Der Patient sollte aus dem Umfeld der Wespen entfernt werden, sonst drohen weitere Stiche.
- Die Einstichstelle sollte gekühlt werden.
- Besteht eine Allergie gegen Insektenstiche? Hat der Betroffene ein Medikamentenset dabei?
- Verschlechtern sich die Symptome und entwickelt sich beispielsweise eine Atemnot, sollte umgehend der Rettungsdienst über die europaweit gültige Notrufnummer 112 alarmiert werden.
- Befindet sich der Stich in der Gesichts- bzw. Halsregion, sollte in jedem Fall auch bei Nichtallergikern sofort der Rettungsdienst alarmiert werden – oder der Weg in die Rettungsstelle angetreten werden.
Hausmittel gegen Wespenstiche wie Zitronensäure und Zwiebelsaft helfen, die Schwellung nach dem Wespenstich zu minimieren. Gegen eine allergische Abwehrreaktion sind die Hausmittel allerdings machtlos.
Filmbeitrag: Georg Berger
Infotext: Beate Wagner











