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Sie wollen wieder unbehindert sehen können und einen frischen Blick haben. Dafür lassen sich mittlerweile jährlich rund 15 000 Frauen und Männer ihre Oberlider straffen. Der scheinbar harmlose Eingriff gehört zu den häufigsten Schönheitsoperationen in Deutschland. Allerdings können dabei auch problematische Komplikationen auftreten.

An strahlenden, offenen und frischen Augen bleiben die Blicke gern hängen. Menschen mit faltigen oder hängenden Augenlidern wirken dagegen oft müde und abgespannt. Das ist wohl einer der Gründe dafür, dass die Augenlidplastik nach dem Fettabsaugen in Europa die zweithäufigste Schönheitsoperation bei Frauen ist.
In der Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren ist die Blepharoplastik, so nennen die Mediziner die Lidstraffung, sogar der am häufigsten nachgefragte plastische Eingriff. Die Kosten für die Lidstraffung übernehmen die Kassen nur, wenn das Sehen stark eingeschränkt ist. Wer selber zahlen muss, sollte mit 1.500 bis 2.000 Euro pro Augenlid rechnen. Das Ergebnis hält acht bis zehn Jahre; der Eingriff kann wiederholt werden.
Schlupflider können vererbt werden oder bilden sich durch überschüssiges Gewebe mit dem Alter. Sie werden zum medizinischen Problem, wenn das Lid über die Pupille hängt und den Betroffenen die Sicht versperrt.
Augenärzte oder Plastische Chirurgen können die Lider korrigieren. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten je Lid und wird ambulant und unter lokaler Betäubung durchgeführt. Dafür setzt der Operateur in der natürlichen Lidfalte des Oberlides einen keilförmigen Schnitt. Dann entfernt er überflüssige Haut, Muskelteile und Fettgewebe, bevor der das Lid mit einer feinen Naht wieder verschließt.

Normalerweise birgt der Eingriff nur wenige Risiken. Doch wie bei allen anderen chirurgischen Eingriffen können auch an den Lidern Schwellungen und Blutergüsse, Infektionen und Wundheilungsstörungen auftreten. In seltenen Fällen schneidet der Operateur zu viel Haut weg; das Lid ist überkorrigiert; das Lid kann nicht mehr geschlossen werden. Die Folge sind trockene Augen. Denn ohne Lidschlag, ohne Lidschluss kann der Tränenfilm nicht mehr verteilt werden.
Die Folge sind Entzündungen und Verletzungen der Hornhaut – bis hin zum Geschwür, also eine tiefer gehende Infektion, oder gar Bildung eines Loches in der Augenoberfläche. Um das Auge zu retten, muss das Oberlid durch eine Hauttransplantation wieder aufgefüllt werden. Die neue Haut für das Augenlid wird hinter dem Ohr entnommen. Ein komplizierter Eingriff, der unter Vollnarkose erfolgt. Um solche Folge-Operationen zu vermeiden, sollte man sich vor einer kosmetischen Lidkorrektur über die Risiken informieren und auf die Arztwahl achten.
Filmbeitrag: Cornelia Fischer-Börold
Infotext: Constanze Löffler









