-
Plötzliche Lähmungen oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite, Sprachstörungen, Schwindel – hinter diesen Symptomen kann sich ein Schlaganfall verbergen. Ursache ist ein verstopftes oder geplatztes Blutgefäß im Gehirn. Dadurch fehlt es den Nervenzellen an Sauerstoff; sie sterben ab. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer die Chancen, dass diese Nervenschäden begrenzt bleiben.

Bei einem Schlaganfall ist die Durchblutung in einem Teil des Gehirns unterbrochen. Innerhalb weniger Minuten sterben die von der Blutversorgung abgeschnittenen Gehirnzellen ab. Beim sogenannten ischämischen Schlaganfall ist eine Arterie im Gehirn durch ein Blutgerinnsel oder Ablagerungen verschlossen.
Beim so genannten hämorrhagischen Infarkt wird die normale Durchblutung durch eine Einblutung infolge eines gerissenen Gefäßes unterbrochen. Von einem subarachnoidalen hämorrhagischen Infarkt sprechen die Fachleute, wenn eine Aussackung in der Gefäßwand, auch „Aneurysma“ genannt, reißt, und dadurch Blut in den engen Raum zwischen Gehirn und Schädel eintritt. Der durch die Blutung entstehende hohe Druck schädigt das Hirngewebe.
Nur eine rasche Therapie kann den unwiederbringlichen Untergang der Gehirnzellen und Todesfälle verhindern. Beim ischämischen Schlaganfall bekommt man gegebenenfalls Medikamente, die das Blutgerinnsel auflösen, das den Schlaganfall verursacht hat. Für diese Therapie betragt das Zeitfenster vier Stunden.
Falls das nicht ausreicht oder funktioniert, legen die Ärzte eine medikamentenbeschichtete Gefäßstütze (Stent), die das verengte Blutgefäß offen halten soll. Bei einem hämorrhagischen Infarkt können die Hirnchirurgen die beschädigte Arterie reparieren oder den Druck des ausgetretenen Blutes auf das Gehirn operativ senken. Es gibt auch Medikamente, die dazu beitragen, die Hirndurchblutung wieder zu normalisieren.

Häufiger Grund für einen Schlaganfall ist das Alter: Die meisten Patienten sind über 70. Weitere Schlaganfall-Ursachen können sein: schlechte Blutwerte, zum Beispiel ein zu hohes Cholesterin, Diabetes, Herzkrankheiten, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck.
Besonders riskant ist auch das so genannte Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung, die die Gefahr für einen Schlaganfall auf das bis zu 17-fache steigert. Wegen der unspezifischen Symptome wie Müdigkeit, Herzrasen, bewusstes Fühlen des Herzschlags oder Schlafstörungen bemerken die meisten Patienten das Vorhofflimmern nicht.
Was passiert dabei? Statt der üblichen 60 bis 80 Impulse pro Minute sendet der Sinusknoten, der den Herzrhythmus vorgibt, plötzlich 300 bis 500 Impulse. Die Vorhöfe des Herzens fangen an, unkontrolliert zu zittern. Flüssige und feste Bestandteile des Blutes im Herzen durchmischen sich nicht mehr ausreichend; es bilden sich Gerinnsel. Früher oder später wird das Gerinnsel aus dem Herzen in die Blutbahn gepumpt, es gelangt ins Gehirn und verschließt dort ein Blutgefäß.

Etwa ein Viertel der Schlaganfall-Patienten berichtet, dass sie in den Tagen, Wochen und Monaten vor dem Schlaganfall bereits Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen erlebt haben. Diese bilden sich jedoch in der Regel innerhalb von Minuten wieder zurück.
Experten bezeichnen solche flüchtigen Durchblutungsstörungen, bei denen die Symptome maximal 24 Stunden andauern, als transitorische ischämische Attacke (TIA). In diesem Fall sollte man sich unverzüglich von einem Spezialisten untersuchen lassen, da die Symptome Vorboten für einen drohenden Schlaganfall sein können.
Der Schlaganfall ist der häufigste Grund für eine körperliche Behinderung. Ein Jahr nach dem Schlaganfall leben noch etwa zwei Drittel der Patienten. Etwa die Hälfte der Patienten bleibt nach einem Schlaganfall beeinträchtigt: Weil Muskellähmungen zurückbleiben, weil die Patienten beim Sprechen und Verstehen Schwierigkeiten haben oder ihnen Gleichgewichtsstörungen das Leben schwer machen. Viele von ihnen sind auf fremde Hilfe angewiesen.
Um einen erneuten Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel zu verhindern, verordnet der Arzt Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure, Dipyridamol und Clopidogrel, die lebenslang eingenommen werden müssen. Eine erneute Hirnblutung kann durch die konsequente Senkung des Blutdrucks verhindert werden. Auch gegen Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte sollten Maßnahmen getroffen werden. Dazu zählen Bewegung, Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und gegebenenfalls Medikamente und der Verzicht auf Nikotin und zuviel Alkohol.
Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Constanze Löffler













