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Arthrose? Engpasssyndrom? Schleimbeutelentzündung? Es gibt viele Ursachen für eine schmerzende Schulter. Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, der Preis dafür ist ein "Konstruktionsproblem": Auf die flache Gelenkpfanne wirken sehr starke Kräfte, und so ist das Gelenk besonders für Arthrose anfällig.
Schulterschmerzen können von den Sehnen ausgehen, die dem Schultergelenk Halt geben, oder sie betreffen knöcherne Anteile: den Oberarmkopf und die Gelenkpfanne. Aber auch das Schulterdach und die Räume zwischen den Knochen sind typische Schmerzquellen.
Akute Erkrankungen der Schulter sind daran erkennbar, dass der Patient den Arm kaum bewegen kann. In der Regel ist das eine Schleimbeutelentzündung. Der Schleimbeutel liegt unter dem Schulterdach. Er reduziert den Druck und die Reibung zwischen Sehne, Muskel und Knochen.
Bei chronischen, länger dauernden Beschwerden kommen ein chronisch entzündeter Schleimbeutel, eine Arthrose des Schultergelenkes oder das sogenannte Engpasssyndrom (Impingement) als Ursachen in Frage. Dabei ist der knöcherne Kanal zwischen Oberarmkopf und dem Schulterdach verengt, was zu schmerzhaften Entzündungen der Schleimbeutel und Sehnen führen kann.
Arthrose des Schultergelenkes (Omarthrose)
Die Gelenkflächen eines gesunden Gelenks sind mit glattem Knorpel überzogen, der für schmerzfreie Beweglichkeit sorgt. Bei einer Arthrose des Schultergelenkes (Omarthrose) ist der Gelenkspalt komplett verschwunden, der schützende Knorpel verschlissen; die Knochen stoßen bei jeder Bewegung schmerzhaft aufeinander.
Die mit Knorpel überzogenen Gelenkflächen des Schultergelenkes sind relativ klein, vor allem die der Gelenkpfanne, sodass die großen Kräfte, die darauf wirken, kaum verteilt werden. Das fördert Verschleißprozesse.
Gegen die Arthrose selbst, den Knorpelverschleiß, ist nichts zu machen. Man kann nur die Schmerzen behandeln. Erste Mittel der Wahl: Schmerztabletten. Manchmal helfen Spritzen ins Gelenk; entweder mit Kortison, das Entzündungen hemmt, oder mit Hyaluronsäure, deren Wirkung gegen Knorpelverschleiß allerdings umstritten ist.
Um mit der Nadel den verengten Gelenkspalt genau zu treffen, nutzen Orthopäden die Röntgentechnik. Wichtig ist es, die Beweglichkeit des Schultergelenks durch Physiotherapie zu erhalten, da mit der Arthrose eine Verkürzung der Bänder und Sehnen einhergeht.

Endoprothese des Schultergelenks
Bei schmerzhafter Arthrose ist auch das Einsetzen einer Endoprothese möglich, also eines künstlichen Schultergelenks. Ob und wann eine Endoprothese für das Schultergelenk notwendig wird, liegt letztendlich vor allem beim Patienten. Wenn seine Lebensqualität deutlich gemindert ist, er ständig Schmerzen hat, seine Beweglichkeit so eingeschränkt ist, dass er z.B. nicht mehr in den Mantel kommt, dann wird es Zeit für die OP.
Je länger man wartet und je weiter die Arthrose schon fortgeschritten ist, desto mehr zerstörte Knochenteile müssen weggeschnitten werden, was nicht nur die Operationszeit verlängert, sondern auch die (trotz guter Schmerzmittel nicht ganz schmerzfreie) Heilungszeit danach.
In den letzten Jahren wurde der Eingriff durch moderne Prothesen und Verfahren zunehmend Knochen sparender. Früher mussten die Operateure einen langen Metallschaft im Oberarmknochen verankern. Heute ersetzen sie meist nur noch die geschädigten Oberflächen an Gelenkkopf und -pfanne.
Die zerstörten Anteile des Gelenks werden entfernt; für das neue Gelenk existieren zahlreiche Modelle, die abhängig vom Alter der Patienten und dem Schweregrad der Zerstörung gewählt werden. Der Eingriff dauert etwa 60 bis 90 Minuten.
Eine Schulterschlinge hält in der ersten Woche nach der OP den Arm ruhig. Direkt im Anschluss an den Eingriff beginnt eine vorsichtige Krankengymnastik. Nach 10 Tagen Klinik folgt normalerweise eine Reha-Behandlung und viel Physiotherapie, bei der die Patienten ihre Schulter zunehmend mehr trainieren. Sie dauert in der Regel drei bis vier Stunden am Tag. Nach rund zwei Monaten können die Betroffenen bei einem normal verlaufenden Heilungsprozess wieder alltägliche Dinge verrichten wie Auto und Rad fahren oder schwimmen.
Filmbeitrag: Bert Ostberg
Infotext: Constanze Löffler














