Untersuchung des Rachens (Quelle: rbb)

- Erkältung im Spätsommer

Schnupfen, Husten und Heiserkeit im Spätsommer? Für viele klingt das paradox, schließlich ist es noch warm. Doch aufgrund der klimatischen Bedingungen ist die Erkältung im Spätsommer ein häufiges Phänomen.

Sommergrippe (Quelle: rbb)

Im Laufe unseres Lebens erkälten wir uns bis zu 200 Mal. Egal, ob Winter oder Sommer – fast immer stecken hinter einer Erkältung Viren, die sich beim Händeschütteln oder durch Tröpfchen beim Niesen und Schnauben verbreiten. Insgesamt kennt man bislang mehr als 200 verschiedene Rhino-, Adeno- und Coronaviren als Auslöser von Husten und Schnupfen; in den letzten Jahren entdeckten Wissenschaftler immer wieder neue Erreger. In der warmen Jahreszeit dominieren Virentypen, die besonders gut an hohe Temperaturen angepasst sind.

Doch warum erkälten wir uns auch im Spätsommer? Genau wie kühle, feuchte Temperaturen im Winter können die klimatischen Besonderheiten in den Monaten August und September die körpereigene Abwehr an ihre Grenzen bringen: Die Temperaturen schwanken mitunter immens. An Gewittertagen von weit über 30 bis unter zwanzig Grad. Die Blutgefässe müssen sich je nach Temperatur weiten und zusammen ziehen. Das ist für den gesamten Organismus eine Belastung.

Auch an normalen Spätsommertagen schwanken die Temperaturen täglich stark. Nachts kühlt es ab bis auf 11 Grad, tagsüber sind es 22 oder 23 Grad. Mittags sitzt man dann in der wärmenden Sonne und dann dabei sogar noch ins Schwitzen kommen, schon am späten Nachmittag kühlt es dann rapide ab. Für das Immunsystem ist das eine Herausforderung. Wenn dann auch noch die Kleidung nicht die Richtige ist, zu großzügig gelüftet wird oder Klimaanlagen zu kühl eingestellt sind, haben Viren haben leichtes Spiel. Wenn tagsüber die Sandale angenehm ist, führt sie am frühen Abend im Straßencafe zu kalten Füßen. Die einfachsten Schutzmaßnahmen sind deshalb: lieber ein Kleidungsstück mehr mitnehmen, lieber Socken anziehen und rechtzeitig die Sommer – gegen die Winterdecke austauschen, das Fenster nachts schließen und beim Radfahren einen Schal tragen.

Sommergrippe (Quelle: rbb)

Dichte Menschenansammlungen erleichtern es den Keimen sich auszubreiten. Deshalb ist es auch nicht untypisch, wenn mit dem Ende der Sommerferien die erste Erkältungswelle ausbricht.

Einmal im Körper, vermehren sich die Viren rasch auf den Schleimhäuten und lösen, je nach individueller Empfindlichkeit, Beschwerden in den oberen oder unteren Atemwegen aus.
Gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit helfen die gleichen Mittel wie bei Erkältungen im Winter und Herbst. Besonders wirksam: Inhalieren und Nasenduschen mit Salzwasser. Das Dampfbad unter dem Handtuch gehört zu den ältesten Hausmitteln. Husten lindernd sind Teemischungen, die Thymian enthalten.

Die kräftigende Hühnersuppe spielt bei Erkältungskrankheiten schon lange eine besondere Rolle: Bereits im 12. Jahrhundert wurde die lindernde Wirkung der Suppe von einem jüdischen Gelehrten beschrieben. US-amerikanische Wissenschaftler konnten tatsächlich nachweisen, dass Hühnersuppe eine hemmende Wirkung auf das Immunsystem hat. Denn gelangen Erkältungsviren in Nase und Rachen, reagiert der Körper meist mit einer überschießenden Immunabwehr. Die Folge sind eine vermehrte Schleimproduktion und geschwollene Schleimhäute.


Frei verkäufliche Erkältungsmittel wie Hustensaft, Schnupfensprays oder Vitaminpillen sind beliebt; ihre Wirksamkeit ist jedoch fraglich. So konnte für Vitamin C als Pulver, Brausetabletten oder Bonbons bislang keine Studie zeigen, dass man damit eine Erkältungskrankheit verhindern kann. Antibiotika machen bei Viren keinen Sinn; eingenommen würden sie lediglich die natürlich-schützende Bakterienflora der Atemwege zerstören.

Wer einer Erkältung vorbeugen will, stärkt am besten sein Immunsystem. Regelmäßige Bewegung, Sauna und kalte Güsse stärken nachweislich die Immunabwehr, indem sie die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöhen. Bei Menschen, die über zwei Monate ein- bis zweimal pro Woche in der Sauna waren, stieg die Konzentration des Gewebehormons Interferon. Der Eiweißstoff gilt als wichtiger Virenkiller. Was sonst noch hilft? Häufiges Händewaschen, um zu verhindern, dass sich die lästigen Keime ausbreiten. Und: viel trinken, bei Erkältung besser Warmes als Kaltes.

Filmbeitrag: Johannes Mayer
Infotext: Constanze Löffler

weitere Themen der Sendung

Grafik: Schlaganfall (Quelle: rbb)

rbb Praxis 28.08.2013 20:15

+++ Schlaganfall – Zeit kostet Hirn +++ Erkältung im Spätsommer +++ Schulterschmerzen +++ Trimm Dich - draußen und umsonst +++ Rohkost – heute bleibt die Küche kalt +++ Lidkorrektur - eine Schönheitsoperation mit Risiken +++

Schultergelenk (Quelle: rbb)

Schulterschmerzen

Arthrose? Engpasssyndrom? Schleimbeutelentzündung? Es gibt viele Ursachen für eine schmerzende Schulter. Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, der Preis dafür ist ein "Konstruktionsproblem": Auf die flache Gelenkpfanne wirken sehr starke Kräfte, und so ist das Gelenk besonders für Arthrose anfällig.

Liegestützen an einem Baumstamm (Quelle: rbb)

Serie:Teil 3 - Trimm Dich - draußen und umsonst

Vor 40 Jahren gab es in der Bundesrepublik Deutschland einen wahren Fitness-Boom. Auf sogenannten Trimm-Dich-Pfaden machte man sich an verschiedenen Stationen mit Klimmen und Beugen, mit Hängen und Stemmen fit. Später kamen die Trimm-dich-Pfade aus der Mode. Jetzt wurden in Berlin und Brandenburg einige alte Pfade wiederbelebt.

Lidkorrektur (Quelle: rbb)

Lidkorrektur - eine Schönheitsoperation mit Risiken

Sie wollen wieder unbehindert sehen können und einen frischen Blick haben. Dafür lassen sich mittlerweile jährlich rund 15 000 Frauen und Männer ihre Oberlider straffen. Der scheinbar harmlose Eingriff gehört zu den häufigsten Schönheitsoperationen in Deutschland. Allerdings können dabei auch problematische Komplikationen auftreten.

Rohkost (Quelle: rbb)

Rohkost - Heute bleibt die Küche kalt

Kaum eine Woche vergeht ohne neue Lebensmittelskandale und so ist es kein Wunder, dass alternative Ernährungsformen boomen. Vegetarier lehnen Fleischkonsum ab, Veganer gehen noch einen Schritt weiter und verzichten auf alle tierischen Produkte. Und Rohköstler, die verzichten aufs Erhitzen von Nahrungsmitteln.

Grafik: Symptome Schlaganfall (Quelle: rbb)

Schlaganfall - Zeit kostet Hirn

Plötzliche Lähmungen oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite, Sprachstörungen, Schwindel – hinter diesen Symptomen kann sich ein Schlaganfall verbergen. Ursache ist ein verstopftes oder geplatztes Blutgefäß im Gehirn. Dadurch fehlt es den Nervenzellen an Sauerstoff; sie sterben ab. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer die Chancen, dass diese Nervenschäden begrenzt bleiben.