Ergotherapeutin behandelt Achillesferse, Quelle: imago

- Hilfe für die sensible Achillesferse

Eine schnelle Bewegung beim Squash oder ein Abrutschen auf der Treppenstufe und schon ist es passiert: die Achillessehne ist gerissen. Dieser sehr schmerzhafte "relative" Notfall sollte innerhalb von 10-14 Tagen operiert werden. Das geschieht heute minimal-invasiv. Dabei wird die Achillessehne nicht genäht, sondern in einem neuen Verfahren verschränkt. Die rbb Praxis zeigt das Verfahren und die dann schnelle Heilung.

Als Sohn eines menschlichen Vaters und einer göttlichen Mutter galt Achill in der griechischen Mythologie als unverwundbar. Nur seine Ferse war verletzlich. Auch bei uns Sterblichen scheint die Region am hinteren Fuß heute noch besonders schwach. Denn ein falscher Moment beim Handball, Squash oder Freizeit-Fußball reicht – und die Achillessehne ist verletzt. Mal ist sie nur in Fasern angerissen, meist ist die Sehne ganz durchgerissen.

Die Achillessehne ist zehn bis zwölf Zentimeter lang und eine der kräftigsten Sehnen des Körpers. Sie verbindet den dreiköpfigen Wadenmuskel mit der Hinterkante des Fersenbeins und überträgt die Kraft des Muskels auf den Fuß. Die hohen Anforderungen machen die Achillessehne besonders anfällig für Reizungen und Risse. Mehr als zwei Drittel aller Verletzungen an der Achillessehne passieren beim Sport. Vor allem beim Laufen, Leichtathletik, Tennis und anderen Ballsportarten kann das Gewebe den einwirkenden Kräften oft nicht standhalten. Besonders bei Sprüngen muss sie Belastungen aushalten, die bis zum Neunfachen des Körpergewichts betragen können.

Ob die Achillessehne nach einer extremen Belastung wirklich gerissen ist, überprüft der Sportarzt über die "Achillessehnenspannung". Sie bewirkt, dass der Fuß normalerweise in eine leichte Spitzfußposition fällt. Ist die Sehne gerissen, fehlt diese Spannung und der Fuß fällt in eine Neutralposition. Das ist ein sicheres Zeichen für eine Ruptur der Achillessehne. Mit dem Ultraschall kann dann die Diagnose bestätigt werden

Manchmal geling es, die Fasern über eine Gehschiene wieder zueinander zu bringen, dann ist eine Operation nicht nötig. Meist aber reicht eine konservative Therapie nicht aus. Wie an der Berliner Charité setzen heute immer mehr Experten eine minimal-invasive Operationsmethode ein. Bei dieser so genannten "perkutanen Achillessehnennaht" wird die gerissene Sehne mittels zwei Sonden und Fäden zusammengezogen. Die Sonden werden über kleine Einschnitte an die Sehne herangeführt. Die aneinandergefügten Enden der Achillessehne wachsen dann nach und nach wieder zusammen.

Der entscheidende Vorteil der minimal-invasiven Operationstechniken gegenüber der offenen Naht ist das geringere Risiko einer Wundinfektion. Zudem ist die Wahrschein-lichkeit, dass die Achillessehne erneut reißt, um das Zwei- bis Dreifache geringer.
Die sogenannte perkutane Naht kann prinzipiell bei allen frischen Achillessehnenrupturen durchgeführt werden. Der minimal-invasive Eingriff begrenzt außerdem den Krankenhausaufenthalt deutlich. Meist können die Operierten schon am Folgetag wieder nach Hause. Auch chirurgische Komplikationen werden vermieden.

Filmbeitrag: Ursula Stamm
Infotext: Beate Wagner

Sportmedizinisches Centrum

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