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In Berlin geht heute die IFA 2013 zu Ende. Dort wurden auch Geräte und Software zum Thema Gesundheit und Medizin vorgestellt.

Neue App: Vergiftungsunfälle bei Kindern
Ob Haushaltreiniger, ätzende Flüssigkeiten, Lampenöle, Medikamente oder giftige Pflanzen:
Wenn Kinder giftige Lösungen oder Substanzen verschlucken, kann das zu Vergiftungen
führen. Dann müssen Eltern, Großeltern oder Lehrer schnell und richtig handeln.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) will jetzt eine Hilfestellung geben: Es hat die App "Vergiftungsunfälle bei Kindern" entwickeln lassen. Sie liefert detaillierte Hintergrundinformationen zu Chemikalien, Medikamenten, Pflanzen und Pilzen und gibt wertvolle Tipps, wie sich Unfälle von vornherein verhindern lassen.
Zusätzlich existiert eine alphabetische Auflistung der Produkte, die zu Vergiftungen führen können. Die App beschreibt jeweils typische Vergiftungssymptome und die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen. Den Notruf 112 kann sie im Ernstfall aber ebenso wenig ersetzen wie die ärztliche Beratung – dafür kann im Ernstfall aus der App aber sofort das zuständige Gift-informationszentrum angerufen werden. Die BfR-App wurde für Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS entwickelt und steht im App-Store ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung.
Neues von der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2013

Die demografische Entwicklung mit immer älter werdenden Menschen und die Zunahme von chronischen Krankheiten stellt unsere Gesellschaft schon heute vor große Probleme: Denn weder das Geld noch das Personal reichen aus, um kranke Menschen hierzulande angemessen zu versorgen. Entscheidungsträger des Gesundheitssystems hoffen daher auch auf innovative technische Lösungen, mit deren Hilfe sich die aktuellen Herausforderungen bewältigen lassen.
Die Telemedizin, mit der chronisch Kranke online betreut werden und ihre Messwerte über das Netz aktuell abgerufen werden können, ist in der Kardiologie oder auch der Diabetologie schon ein fester Baustein der Patientenversorgung. Zusätzlich gibt es für die häusliche Anwendung mittlerweile verschiedene Geräte, die aktuelle Blutdruck- oder Blutzuckerwerte beispielsweise an das eigene Smartphone senden.
Auf der IFA präsentierten Hersteller nun weitere Entwicklungen, die leicht zugängliche Hilfe für den Alltag von Gesunden und die Pflege von Patienten bieten. Neben der weltweit ersten Pulsuhr ohne Brustgurt (MIO Alpha von MEDISANA) für Jogger und Sportler sind das beispielsweise Apps, die medizinische Hilfestellungen geben. So kann zum Beispiel die HealthManager-App die Daten einer Diagnosewaage oder die Wasser-, Fett- oder Muskelmasse via Bluetooth an das Smartphone und den häuslichen Computer übertragen.
Ein anderer Schwerpunkt auf der IFA waren sogenannte Ambient Assisted Living (AAL)-Systeme wie zum Beispiel Digital Care Support. Das System könnte zukünftig die Versorgung von Demenzkranken durch Pflegepersonal und Angehörige erleichtern – und so die Lebensqualität erhöhen. Mit fortschreitender Erkrankung werden Demenzkranke nicht nur vergesslicher sondern auch orientierungsloser. Für Angehörige oder Pflege-personal steigert das den Arbeitsaufwand und die Verantwortung. Digital Care Support umfasst neben Ortungs- und Leitsystemen eine Erinnerungs- und Alarmfunktion. Vor allem der Notfall-Hilferuf, die Direktverbindung und das Orientierungssystem liefern wertvolle Unterstützung.
Digital Care Support lässt sich entsprechend der individuellen Bedürfnisse einstellen. Das Gerät kann
• den Patienten orten
• in einer schwierigen Situation eine Verbindung zum Pflegenden aufbauen
• dem Patienten Hinweise zu bekannten Orten oder Wegen geben
• mehrere Patienten gleichzeitig orten
Digital Care Support befindet sich aktuell noch in der Testphase. Es handelt sich um ein umfangreiches Forschungs- und Kooperationsprojekt, an dem die Fachhochschule Brandenburg, die Charité Berlin, webXells GmbH, Potsdam, und TP Theorie&Praxis GmbH, Berlin, beteiligt sind.

Ein anderes Beispiel für Ambient Assisted Living (AAL)-Systeme, die das Leben im häuslichen Bereich erleichtern, sind moderne Hörsysteme. Sie führen heute nicht mehr nur Millionen Rechenoperationen pro Sekunde durch, sind dezent gestaltet, technisch ausgereift und farblich den Trends angepasst.
Ausgestattet sind die Geräte zudem mit Mikrofonen für jede Richtung, leistungsstarken Prozessoren, einem effektiven Störschall-schutz und Mikrochips, die anhand der Frequenz und Amplitude des Schalls erkennen, ob es sich um Sprache oder Lärm handelt. Vor allem enthalten die innovativen Geräte auch Module, die es dem Nutzer erlauben, direkt übers Hörgerät via Bluetooth oder Telefonspule zu telefonieren oder sich Töne direkt aus dem Fernseher oder der HiFi-Anlage übertragen lassen.
Hörsysteme mit Fernseher oder Mobiltelefon zu vernetzen, ist dank Drahtlosverbindung heute kein Problem mehr. Die Nachfrage scheint groß: Einer Umfrage des Bundesver-bandes der Hörgeräte-Industrie zufolge wollen mehr als die Hälfte derer, die ein Hörgerät tragen, das Gerät in die Heimvernetzung integrieren. Zusätzlich seien die Systeme mittlerweile zunehmend auch für Nutzer interessant, die kein Hörsystem tragen, also für ganz normale Anwender.
Filmbeitrag: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner








