-
Beim spielerischen Rangeln mit dem Haustier entstehen schnell kleine Kratzer oder auch mal eine kleine Bisswunde. Doch die vermeintlich harmlosen Blessuren können gefährliche Folgen haben: Vermehren sich Bakterien in der Wunde, droht eine Blutvergiftung. Die rbb Praxis gibt Tipps für die Erste Hilfe nach einem Tierbiss und zeigt, wie Sie kritische Situationen ganz vermeiden können.
Die Blutvergiftung, medizinisch "Sepsis", ist nach Herz-Kreislauferkrankungen hierzulande die häufigste Todesursache. Bis zu 60.000 Menschen sterben jährlich daran. Die Sepsis führt zu einer lebensbedrohlichen Störung der Vitalfunktionen und letztlich zum Versagen diverser Organe. Auslöser können äußere Verletzungen, Infektionen wie Lungen-, Hals- oder Harnwegsentzündungen oder aber auch gefährliche Tierbisse sein.
Etwa acht Millionen Katzen und mehr als fünf Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Jedes Jahr kommt es zu etwa 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen durch Haustiere. Besonders häufig werden Kinder zwischen fünf und neun Jahren Opfer von Tierbissen. Immerhin jeder zweite Katzen- und zehn Prozent aller Hundebisse entzünden sich. Vor allem die Zähne der Katzen sind nadelscharf.

Über den Hunde- oder Katzenbiss gelangen zahlreiche Erreger mit großer Kraft tief in das Gewebe. Dazu zählen beispielsweise Staphylokokken, Streptokokken und Clostridien. Gefürchtete Keime sind Pasteurellen, die für besonders schlimme Infektionen verant-wortlich sind. Besonders infektionsgefährdet sind zudem tiefe oder verschmutzte Wunden, Wunden mit stark zerstörtem Gewebe und Bisswunden an den Händen, in Knochen- und Gelenknähe.
Jede Bissverletzung sollte, so harmlos sie auch zunächst aussieht, möglichst umgehend von einem Arzt untersucht werden. Oft ist eine Gabe von Antibiotika sinnvoll. Bei fehlendem oder unsicherem Tetanusschutz ist eine Impfung empfehlenswert.

Beißt der eigene Hund oder die Katze zu, sollte man das auch deshalb ernst nehmen, weil möglicherweise in der Beziehung zwischen Tier und Mensch etwas im Argen liegt. Rat holen kann man sich beispielsweise bei seinem Tierarzt. Einige haben sich auch auf Verhaltenstherapie spezialisiert. Ausgewiesene Fachtierärzte für Verhaltenstherapie gibt es nur sehr wenige. Auch viele Hundeschulen bieten Unterstützung an.

Dabei sollte man darauf achten, dass der Hundetrainer durch die IHK (Industrie- und Handelskammer) zertifiziert ist. Wichtig ist: Verhaltensprobleme lassen sich nicht "zwischen Tür und Angel" lösen. Ein gezielter Besprechungstermin ist deshalb sinnvoll.
Kinder sollten ihr Haustier auch gut kennenlernen und brauchen dazu intensive Hilfe von den Eltern. Vor dem 10. Lebensjahr können sie meist noch nicht gut einschätzen, ob das Tier sich beispielsweise durch Liebkosungen bedrängt fühlt.
Somit sollten kleinere Kinder nie mit Tieren allein gelassen werden, und Tiere sollten dann auch nicht abends mit ins Bett genommen werden. Generell gilt: Tiere, die ins Bett dürfen, sollten auf jeden Fall entwurmt und flohfrei sein. Doch besser aufgehoben sind Katze und Hund im eigenen Körbchen.
Filmbeitrag: Susanne Kluge-Paustian
Infotext: Beate Wagner









