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Der Herbst birgt einige Risiken für Allergiker, denn noch blühen Ambrosia, Brennnessel oder Spitzwegerich. Was viele nicht wissen: Selbst einige Äpfel und Birnen können heftige allergische Reaktionen hervorrufen. Eine Alternative sind alte Apfel- und Birnensorten. Sie werden auch von Allergikern oft problemlos vertragen.
Eine laufende Nase kann selbst im Herbst ein Indiz für Heuschnupfen sein, denn der allergische Schnupfen tritt nicht nur im Frühling und Sommer auf. Die meisten Gräser und Bäume sind zwar verblüht, dafür folgen nun heimische, ansonsten oft gesunde Kräuter. Sie blühen insbesondere Ende August. Der Spitzwegerich beispielsweise kann Husten lindern, aber auch Augen und Nase reizen. Auch Beifuß kennt man als gesundes Hausmittel. Seine Bitterstoffe fördern die Verdauung, seine Blüten reizen bei Allergikern Augen und Nase. Und auch die Brennsessel zeigt zum Ende des Sommers noch volle Blütenstände. Wer zu Allergien neigt, sollte sich besser fern halten. Bei milden Herbsttemperaturen fliegen außerdem Haselnusspollen.

Ambrosia: riskantes Kraut
Die Ambrosia blüht noch weit in den Oktober hinein. Diese Pflanze, auch Traubenkraut oder Ragweed genannt, breitet sich in Deutschland seit einigen Jahren aus. Ambrosia-pollen führen bereits in sehr geringen Konzentrationen zu Beschwerden: Fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft reichen aus, um allergische Beschwerden zu verursachen. Zum Vergleich:
Bei Birkenpollen reagiert die Nasenschleimhaut erst bei der zehnfachen Pollenmenge. Untersuchungen in den USA zeigen zudem, dass ein Ambrosia-Heuschnupfen wesentlich häufiger in allergisches Asthma übergeht als bei anderen Allergenen. Experten befürchten zudem, dass auf Ambrosia allergisch reagierende Menschen in der Folge auch auf andere Pollen allergisch reagieren.
Ambrosia gehört zur Familie der Korbblütengewächse und ähnelt dem Gemeinen Beifuß. Die Blätter sind ähnlich geformt, ihre Unterseite ist jedoch anders gefärbt: Das Ambro-sia-Blatt ist auch auf der Unterseite grün, der Beifuß jedoch weißfilzig. Typisch für Ambrosia sind die feinen Härchen am Stiel sowie die länglichen Blütenrispen.
Die einjährige, krautige Sommerpflanze wächst bevorzugt auf mageren Böden und findet sich oft am Straßenrand und auf Brachflächen. Die Pflanze kann je nach Bodenbe-schaffenheit bis zu zwei Meter hoch werden und produziert Millionen von Pollen und Tausende von Samenkörnern, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig sind.
Deshalb gehört die Pflanze auch nicht auf den Kompost, sondern in eine Plastiktüte verpackt in die Hausmülltonne. Ansonsten können sich Samen und Pollen ungehindert weiter ausbreiten.

Zahlreiche allergene Früchte
Doch nicht nur Kräuter, sondern auch beliebte Fruchtsorten wie Äpfel können eine Allergie auslösen. Etwa zwei bis vier Millionen Deutsche reagieren beispielsweise auf Äpfel allergisch. Für sie sind alte Apfelsorten verträglicher als moderne Züchtungen, denn die alten Sorten enthalten mehr Polyphenole als die neu gezüchteten. Je mehr Polyphenole ein Apfel enthält, umso besser wird er vertragen.
Denn Polyphenole verhindern, dass die allergieauslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden. Besonders hoch ist die Polyphenol-Konzentration in der Goldparmene, der Alkmene oder dem Gravensteiner. In modernen Obstsorten sind die Polyphenole dagegen oft "weggezüchtet", da sie die Äpfel säuerlich machen und den Anschnitt schneller braun werden lassen. Deshalb schmecken die alten Sorten oft weniger süß. Auch alte Zwetschgen- und Birnensorten sind besser verträglich und werden inzwischen wieder kultiviert.
Filmbeitrag: Angelika Wörthmüller
Infotext: Constanze Löffler







