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Die Entwicklung von Kunstherzen, Herztransplantationen, schwierigste Eingriffe – viele Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sind eng verknüpft mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin und seinem Chefarzt Prof. Roland Hetzer. Die rbb Praxis nimmt Einblick in sein spannendes Arbeitsfeld.

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) ist Anlaufstelle für Herz-Patienten aus aller Welt. Geleitet wird die Klinik von Professor Roland Hetzer. Er ist seit Beginn der Chefarzt des Klinikums, machte 1986 die erste Führung durchs Haus und warb für sein Konzept eines Zentrums, das alles anbietet: von der Herzklappenoperation bis zur Transplantation. Mehr als 1.000 Angestellte hat das Herzzentrum. Jedes Jahr werden über 20.000 Patienten behandelt.
Roland Hetzer gehört zu den renommiertesten Herzchirurgen weltweit. Er war es, dem 1985 die erste Herz-Transplantation in Deutschland gelang. Er war auch der erste, der das Berlin-Heart, die erste Kunstherz-Pumpe zur Unterstützung des geschwächten Herzens, erfolgreich einsetzte.
Eine spezielle Herzpumpe, das weltweit modernste Kunst-herz-System, hat Hetzer selbst federführend mit entwickelt. Das Besondere an diesem Modell: Das Blut wird nicht pulsartig, sondern kontinuierlich transportiert.
Kritiker zweifelten anfangs, ob der menschliche Organismus diesen andersartigen Kreislauf überhaupt tolerieren würde. Heute weiß man, dass es funktioniert.

Patienten werden an ein Kunstherz angeschlossen, um die Zeit bis zu einer Herztrans-plantation zu überbrücken – weil ihr Herz nach einem schweren Infarkt nur noch ein Bruchteil seiner sonst üblichen Leistung bringt, weil es durch eine Entzündung geschwächt oder infolge einer angeborenen Erkrankung wie dem Marfan-Syndrom schwer geschädigt ist.
Roland Hetzer hat zahlreichen Patienten ein Spenderherz eingepflanzt und ihnen damit ein zweites Leben geschenkt. Doch mittlerweile haben nur wenige Patienten eine reelle Chance auf eine Herztransplantation, da die Zahl der Spenderorgane kontinuierlich sinkt.
Auch am DHZB sind die Zahlen der Transplantationen massiv gesunken. Waren es vor Jahren noch rund 100 Organübertragungen pro Jahr, transplantierten die Spezialisten des DHZB im Jahr 2012 nur noch 26 Herzen. Die Wartezeit von ein bis mehreren Jahren dauert für viele der rund 1.000 Patienten, die auf ein Herz warten, zu lange, sodass bis zu 20 Prozent versterben.
Einzige Rettung: ein Kunstherz. Die meisten von ihnen bleiben auf Dauer auf eine künstliche Herzpumpe angewiesen. Schon deshalb muss und wird der technische Fortschritt auf dem Gebiet der Kunstherzen weiter gehen.
Filmbeitrag: Angelika Wörthmüller
Infotext: Constanze Löffler










