Eine Spritze geht Richtung Arm (Bild: dpa)

- Für einen Winter ohne Grippe – die Impfsaison ist eröffnet

Seit ein paar Tagen ist es wieder soweit: Der aktuelle Impfstoff gegen die Grippe ist beim Arzt verfügbar. Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Chargen von mehr als 13,4 Millionen Dosen des Influenza-Impfstoffs freigegeben. Zwar bricht die alljährliche Grippewelle in Deutschland meist erst nach dem Jahreswechsel aus. Jetzt aber ist die beste Zeit, um sich gegen Influenza impfen zu lassen – und sich bestmöglich vor der "echten" Grippe zu schützen.

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Auch kranken Kindern und Jugendlichen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes, oder neurologischen Krankheiten, wie Multiple Sklerose, raten Experten zur Impfung. Seit Jahren wird zudem in Fachkreisen diskutiert, ob es sinnvoll ist, auch gesunde Kinder und Jugendlichen gegen Influenza zu impfen. Diese sogenannte Herdenimmunität könnte dann gefährdete Gruppen wie zum Beispiel Ältere indirekt schützen. Denn mit der Grippeimpfung wird bei kranken älteren Menschen oft nur ein Schutz von 30 bis 50 Prozent erzielt. Werden also alle gesunden Kinder geimpft, senkt man auch die Ansteckungsgefahr für andere.

In Großbritannien ist man von der Strategie der Herdenimmunität überzeugt: Hier werden dieses Jahr die ersten gesunden Kinder geimpft. Spätestens ab 2015 soll allen zwei bis 17-Jährigen jährlich die nasale Influenzaimpfung angeboten werden. In den USA besteht schon länger eine generelle Impfempfehlung, und zwar bereits ab sechs Monaten. Gleiches gilt für Kanada. Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland hält dagegen an den geltenden Empfehlungen zur saisonalen Grippeimpfung fest. Danach sollen lediglich Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Erkrankung geimpft werden. Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren sollen zudem vorzugsweise mit dem neuen nasalen Impfstoff geimpft werden.

Dieser sogenannte Lebendimpfstoff steht neben den inaktivierten saisonalen Impfstoffen seit neuestem zur Verfügung. Er eignet sich für Kinder ab zwei Jahren und Jugendliche bis 18 Jahren. Die neue Substanz wird nicht wie üblich über eine Spritze verabreicht, sondern als Nasenspray. Sie zeigt laut Studien zumindest bei jüngeren Kindern eine bessere Schutzwirkung. Für das Nasenspray gibt es jedoch ein paar Einschränkungen: Kinder mit einer Immunschwäche, schwerem Asthma, oder unter einer Salicylat-Therapie sollten es nicht bekommen.

Wer bezahlt die Kosten der Impfung?

Für über 60-Jährige und weitere Risikogruppen, für die eine Impfempfehlung der STIKO gilt, übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten in jedem Fall. Für privat Krankenversicherte gelten ähnliche Kostenübernahmeregelungen. Etwa 100 gesetzliche Krankenkassen zahlen auch für alle anderen Impfwilligen – ganz gleich, wie alt sie sind, oder welche Vorerkrankungen sie haben. Wer selbst zahlen muss, muss mit Kosten zwischen 20 und 30 Euro rechnen.

Wo wird geimpft?

Grundsätzlich kann jede Ärztin, oder jeder Arzt die Impfung durchführen. In der Regel findet die Impfung in allgemeinmedizinischen, internistischen, kinder- und frauenärztlichen Praxen statt. Auch einzelne Gesundheitsämter impfen gegen Grippe. Ebenso bieten einige Arbeitgeber eine Impfung im Betrieb an.

Besteht auch Vogelgrippe-Gefahr?

Immer wieder verändern Influenzaviren ihr Erbgut so, dass sie sich weiter verbreiten können. So kam es kürzlich in China zu der weltweit ersten Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus vom Typ H7N9 von Mensch zu Mensch. Zuvor kursierte das Virus nur zwischen Tieren. Mit dem Erreger H7N9 haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit März dieses Jahres 135 Menschen angesteckt, 43 Infizierte starben. Beruhigend ist allerdings, dass der Virustransfer wohl weiterhin sehr schwierig ist. Wenn es in Einzelfällen zu Übertragungen zwischen Menschen kommt, dann vor allem durch den engen Kontakt mit Sekreten und Ausscheidungen Infizierter, und nicht, weil das Virus plötzlich leichter übertragbare Varianten bildet. Seit Ende Mai scheint das Virus weitgehend verschwunden. Nur noch vereinzelt werden in China Neuinfektionen beobachtet. Hierzulande besteht derzeit keine Gefahr für eine Infektion mit einem Vogelgrippevirus – und daher auch kein Bedarf für eine Impfung.


Text: Beate Wagner
Filmbeitrag: Johannes Mayer

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