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Wenn jemand körperlicher oder psychischer Gewalt ausgesetzt war, sind Symptome wie Ängste, Unruhe oder Albträume Zeichen einer normalen Stressreaktion. Bei manchen Opfern halten diese Symptome länger an und es kann zu Folgeerkrankungen kommen. In der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus finden Betroffene Hilfe.
Ganz gleich, ob der Auslöser ein Unfall, ein Überfall, eine Gewalterfahrung, eine Naturkatastrophe oder ein sexueller Missbrauch ist – wenn Menschen Ereignisse erfahren, die außerhalb ihrer normalen Erlebniswelt liegen, kann das zu einem Trauma mit starken körperlichen und psychischen Folgen führen. Häufig sind dann immer wiederkehrende plötzliche Erinnerungen, Albträume, Bedrohungsgefühle und Angstzustände. Die Ängste äußern sich in eigentlich völlig gefahrlosen Situationen. Ausgelöst werden sie anfangs häufig durch Farben, Formen, Töne, Gerüche, Körperempfindungen, die mit dem Trauma in Zusammenhang stehen.
Leben ohne Angst
Patienten versuchen dabei häufig, dieses Wiedererleben des Traumas zu vermeiden, indem sie die auslösenden Situationen meiden – das mündet oft in sozialer Isolation bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Mit der Zeit stellt sich eine erhöhte Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit ein, sowie eine zunehmende emotionale Abgestumpftheit und Perspektivlosigkeit. Manchmal zeigen sich die Beschwerden des Traumas aber auch erst Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre nach dem belastenden Ereignis.
Traumapatienten finden spezielle Hilfe beispielsweise in der Traumaambulanz der Charité im Sankt Hedwig-Krankenhaus. Sie bietet ihren Patienten ein exklusives Angebot an wissenschaftlich evaluierter psychotherapeutischer Behandlung und Beratung. Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten bringen die Patienten dazu, die Angst auslösenden Erinnerungen zu verarbeiten. So lernen sie, sich ein Leben ohne Ängste wieder zurückzuerobern.
Durch Konfrontation gegen die Angst
Oft wenden Psychotherapeuten die sogenannte Konfrontationstherapie an. Dabei nähern sich die Patienten stückweise den angstbesetzten Situationen. War der Auslöser also beispielsweise ein Überfall, begeben sich die Betroffenen wieder an den Ort des Geschehens oder bewegen sich draußen im Dunkeln. Sie konfrontieren sich also im geschützten Rahmen der Therapie erneut und behutsam mit dem Trauma – und arbeiten noch einmal intensiv die Erinnerungen an das Erlebte durch. Zusätzlich stärken Therapeuten ihre Patienten in der Körpertherapie in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Und sie zeigen ihnen Methoden, um sich abzugrenzen oder selbstsicher alltägliche Situationen zu bewältigen.
Text: Beate Wagner
Filmbeitrag: Andreas Knaesche












