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Wie kann man sich trotz einer Hauterkrankung schminken? Besonders Frauen experimentieren oft mit falschem Puder oder Cremes. Die rbb Praxis zeigt, worauf es beim Make-up für beanspruchte Haut ankommt.

Pickel, Bläschen, Rötungen – mit einer angeschlagenen Gesichtshaut möchte sich niemand in der Öffentlichkeit zeigen. Vor allem Frauen leiden sehr darunter, wenn ihr Hautbild unrein oder krank aussieht. Viele Betroffene versuchen daher, Hautkrankheiten zu verdecken. Oft aber passiert das Gegenteil: Mit falschen Produkten verschlimmern sich oft die Entzündungen auf der Haut.
Vor allem Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie beispielsweise Schuppenflechte, Neurodermitis, Rosazea, Ekzemen und Allergien müssen bei der Auswahl ihrer Hautpflegeprodukte besonders vorsichtig sein. Denn bei allen Hautkrankheiten verliert die Hautbarriere ganz oder teilweise ihre Schutzwirkung. Allergene Substanzen oder Konservierungsstoffe können ebenso wie Keime in viel höherer Konzentration in die tiefen Hautschichten oder sogar ins Körperinnere eindringen.
Ist Make-up auf entzündeter Haut also überhaupt medizinisch vertretbar? Ja, es müssen aber die richtigen Produkte sein. Die Industrie hat nicht nur für alle Hauttypen unterschiedliche Produkte zu bieten. Auch für entzündete Haut gibt es das passende Make-up.
So zum Beispiel für das Krankheitsbild der Akne tarda. Mit Akne tarda bezeichnet man die Spätakne der erwachsenen Frau. Dabei bilden sich im Gesicht auch immer wieder Pickel und Flechten. Sie entstehen, weil die Haut bei Akne zu viel Talg und Fett produziert. Es kommt zu Abflussstörungen aus den Poren. Damit das Hautbild einigermaßen regelmäßig bleibt und sich die Haut nicht entzündet, sollten Betroffene vor allem dafür sorgen, dass die Poren freigehalten werden. Also müssen sie ein möglichst fettfreies Make-up wählen.

Bei medizinischen Kosmetikprodukten sind folgende Regeln zu beachten:
1) Auf den Inhalt kommt es an. Jedes Pflegeprodukt, auch Naturkosmetik, enthält Hilfsstoffe, um Haltbarkeit und Stabilität bei unterschiedlichen Temperaturen zu gewährleisten. Auf diese Hilfsstoffe kann die vorgeschädigte Haut reagieren. Menschen mit unreiner Haut sollten darauf achten, dass in den medizinischen Pflegeprodukten und im Make-up keine Duftstoffe und Konservierungsmittel enthalten sind. Sie können Allergien auslösen.
2) Die Produkte sollten nicht in offenen Töpfchen aufbewahrt werden – sonst droht eine hohe Belastung mit Keimen. Experten empfehlen Spender und Tuben, aus denen die Betroffenen immer nur die benötigte Menge herausdrücken. Der Rest bleibt keimfrei.
3) Morgens und abends sollte das Gesicht gründlich mit Wasser gereinigt werden. Anders als häufig gedacht reicht Wasser auch für das Abschminken. Wichtig außerdem: regelmäßig ein frisches Handtuch verwenden.
4) Bei chronischen Hauterkrankungen gilt: Weniger ist mehr. So sollte man zum Beispiel sparsam mit Seife umgehen. Denn Seifen reinigen die Haut durch Emulgierung von Schmutz und Verunreinigung – und verschieben dabei den sauren pH-Wert der Haut in den alkalischen Bereich. Anschließend benötigt die Haut bis zu drei Stunden, um den Säureschutzmantel wieder aufzubauen.
Filmbeitrag: Lucia Hennerici
Infotext: Beate Wagner







