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Die einen nehmen sie einfach so hin, die anderen wollen unbedingt gegen sie ankämpfen: gutartige Pigmentveränderungen der Haut im Alter - auch "Altersflecken" genannt. Je nach Veranlagung können zusätzlich auch noch störende Alterswarzen entstehen.
Altersflecken sind harmlos und gutartig. Sie entwickeln sich etwa ab dem Alter von 35 Jahren, wenn die Haut oft und über viele Jahre ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Je länger und intensiver UV-Strahlen auf die Haut einwirken, desto früher treten die Flecken auf. UV-Licht aktiviert die so genannten Melanozyten – jene Zellen der Oberhaut, die das braune Hautpigment Melanin zum Schutz vor den schädlichen Strahlen bilden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Melanozyten vermehren sich nur schleppend und geben die Pigmente ungleichmäßig ab, so dass auf der äußeren Hautschicht unregelmäßige Flecken zurückbleiben.
Verstärkt wird die Entwicklung von Altersflecken durch das bräunliche "Abnutzungspigment" Lipofuszin. Dieses Protein entsteht beim Abbau von Fettsäuren in den Hautzellen. Es sammelt sich mit den Jahren in der Haut an und hemmt den Abtransport weiterer Stoffe aus der Zelle. Zusammen mit dem Pigment Melanin bildet es die Flecken auf der Haut. Sie finden sich besonders häufig auf den Händen, der Stirn oder auch im Gesicht und Dekolleté.

Vor der Entfernung muss der Hautarzt Hautkrebs ausschließen
Bevor ein Altersfleck entfernt wird, sollte der Hautarzt klären, ob es sich nicht um Hautkrebs oder einen Leberfleck handelt. Das ist zwar nur selten der Fall, muss aber abgeklärt werden. Für seine Diagnose setzt der Hautarzt ein sogenanntes Auflichtungsmikroskop auf die betroffene Hautpartie und begutachtet ihre Oberflächenstruktur. Einen eindeutigen Befund liefert in Zweifelsfällen die histologische Untersuchung. Dabei entnimmt der Hautarzt mit der Hohlnadel eine Gewebeprobe aus dem Fleck.
Anzeichen dafür gibt es etwa, wenn die Flecken asymmetrisch statt rund oder oval erscheinen. Verdächtig sind auch unscharfe, gezackte Ränder und solche, die ungleichmäßig gefärbt sind. Auch Veränderungen in der Größe können ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung sein: Gutartige Hautflecken überschreiten nie den Durchmesser von fünf Millimetern. Verdächtig sind zudem Pigmentmale, die sich knotig verändern oder erhaben wirken. Muttermale oder knotige Veränderungen im Gesicht (besonders wenn sie schuppen oder bluten) sowie Verfärbungen, Verdickungen oder warzenförmige Veränderungen an den Geschlechtsorganen und den Brustwarzen sollten vom Hautarzt untersucht werden.

Cremes können nichts gegen Altersflecken ausrichten
Die gutartigen Altersflecken hat die Industrie als gute Einnahmequelle entdeckt. Diverse sowohl frei verkäufliche als auch rezeptpflichtige Cremes auf dem Markt versprechen Altersflecken zu mildern oder die Haut sichtbar zu verjüngen. Doch das bleibt ein Traum. Die Stiftung Warentest hat sieben Cremes getestet – keine konnte etwas gegen Altersflecken ausrichten. Einige Präparate sind gar mit Vorsicht zu genießen. So zum Beispiel solche, die den Wirkstoff Hydrochinon enthalten. Er steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bleichcremes können die Makel aufhellen. Sie müssen jedoch immer wieder aufgetragen werden – ein teures Vergnügen. Durch die Bleichsubstanzen kann es zudem zu Schwellungen kommen.
Mehrere Verfahren entfernen die Altersflecken durch Abtragen der obersten Hautschicht: Während der Dermabrasion wird sie mechanisch abgeschliffen, bei der Schälkur mit Fruchtsäure oder anderen chemischen Substanzen abgelöst. Säurepeelings eignen sich für großporige Haut mit wenigen Flecken. Bei der Kryotherapie (Kältetherapie) vereist der Arzt die Epidermis mit flüssigem Stickstoff, so dass die oberste Schicht der Haut abgestoßen wird. Nachteil dieser Methode ist, dass die Eindringtiefe des Stickstoffs nicht genau zu steuern ist und deshalb Altersflecken mitunter nicht komplett entfernt werden. Auch hier können Narben zurückbleiben.

Mit der Lasertherapie gegen das Alter
Bessere Ergebnisse verspricht heute die Lasertherapie. Laserwellen erhitzen und
zerstören die Flecken; die Haut schuppt die beschädigte Schicht dann ab. Während Schälkuren mehrmals wiederholt werden müssen, reichen beim Lasern oft ein oder zwei Behandlungen aus. Frei von Risiken ist aber auch diese Technik nicht – durch die hohen Temperaturen können sich Narben bilden, gelegentlich treten neue Pigmentstörungen auf.
Da vor der Laserbehandlung Hautkrebs ausgeschlossen werden muss, sollte immer ein Hautarzt konsultiert werden. Komplikationen drohen, wenn sich nach großflächigen Eingriffen Keime ansiedeln und sich die behandelte Stelle infiziert.
Zu warnen ist vor sogenannten Blitzlampengeräten (IPL, englisch für "Intense Pulsed Light"): Irreführend werden sie von Kosmetikerinnen häufig als "Lasertherapie" angepriesen. Im Unterschied zum Laser wird das Gewebe mit IPL nicht gezielt sondern unspezifisch bearbeitet. Schwere Verbrennungen der Haut und sogar Augenschäden können die Folge sein.
Besser geeignet ist die Lasertechnik bei einem anderen Schönheitsmakel in späten Jahren: Alterswarzen. Der Hautarzt kann mit einer kleinen Betäubung gleichzeitig mehrere größere und kleinere Alterswarzen in einer Sitzung entfernen. Die Behandlung ist dauerhaft, die Warzen kommen nicht mehr zurück. Alternativ kann der Dermatologe die Warzen auch mit einer elektrischen Schlinge abtragen. Ebenso wie der Laser muss der Patient diese Leistung privat bezahlen.
Wer Altersflecken vorbeugen will, sollte die Sonne meiden und konsequent Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Regelmäßige Gaben von Selen, Zink und den Vitaminen C und E sind möglicherweise in der Lage, "freie Radikale" zu "fangen" und so den Prozess zu verzögern. Ein wissenschaftlicher Beweis für diese Wirkung steht bislang allerdings aus.
Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Beate Wagner







