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Stiftung Warentest hat nachgefragt: Wie gut helfen Kombimittel gegen Erkältungen? Die rbb Praxis fasst die Antworten zusammen
Kombimittel gegen Erkältung
Wenn Husten, Schnupfen, Heiserkeit die Runde machen, fragen wir uns, welche Medikamente wirklich Abhilfe schaffen. Hersteller bewerben nicht selten Kombinationspräparate gegen Grippe oder Erkältung. Dass viele Mix-Präparate jedoch wirkungslos sind, hat Stiftung Warentest in seiner Ausgabe 12/2013 herausgefunden. Sie hat 300 rezeptfreie Erkältungsmedikamente überprüft.
Auf den ersten Blick könnte man meinen: Mehr Wirkstoffe helfen mehr. Kombinationsprodukte gegen Erkältungskrankheiten enthalten viele Wirkstoffe, die verschiedenen Symptome sollen sie gleichzeitig bekämpfen. Doch der zweite Blick zeigt: Die Realität sieht anders aus. Kombipräparate erhöhen die Nebenwirkungen. Bei manchen Wirkstoffen ist zudem der Nutzen fraglich und einige der Produkte enthalten zu niedrig dosierte Wirksubstanzen.
Stiftung Warentest hat konkret beispielsweise herausgefunden:
1) Wick MediNait enthält den Wirkstoff Ephedrin, das Antihistaminikum Doxylamin sowie Alkohol. Alle zusammen beeinflussen den Organismus negativ. Statt Symptome zu lindern werden diese unterdrückt.
2) Grippostad C – eines der meistverkauften Kombinationsmittel – mit den Wirkstoffen Chlorphenamin, Paracetamol, Koffein und Vitamin C hat ebenso negative Auswirkungen. Das Kombinationspräparat macht müde, das enthaltene Koffein soll dagegensteuern. Ob das funktioniert, ist nicht belegt.
Statt auf Kombiprodukte zu setzen, sollten Menschen mit Erkältung also lieber einzelne Produkte wählen, wie zum Beispiel abschwellende Nasentropfen gegen Schnupfen oder Schmerzmittel gegen Kopf- und Gliederschmerzen. Zudem sind die Alternativen oft preiswerter.
Gezielter und mit weniger Nebenwirkungsrisiko wirken beispielsweise die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol, sie senken das Fieber und lindern Gliederschmerzen. Allerdings sollten sie nur kurzzeitig angewendet werden. Salzlösung und Dexpanthenol befeuchten die Nasenschleimhäute, das unterstützt die natürliche Abwehrfunktion in diesem Bereich.
Die Stiftung Warentest untersucht regelmäßig Medikamente, die oft über die Ladentheke gehen, darunter rund 2.000 rezeptfreie. Etwa 600 schneiden schlecht ab - auch acht der meistverkauften Kombinationspräparate
Naturheilmittel gegen Halsschmerzen
Erkältungen sind weit verbreitet: Durchschnittlich erkranken Erwachsene in Europa drei Mal pro Jahr, Kinder im Vorschulalter mindestens sechs pro Jahr. Bis zu 200 Infekte macht jeder Mensch durchschnittlich im Laufe seines Lebens durch. Während der kalten Monate haben die Erreger ein besonders leichtes Spiel. Trockene Heizungsluft verhindert, dass die Schleimhäute gut befeuchtet und durchblutet sind. Dadurch sind sie anfälliger für Viren und Bakterien. Denn während Zellbotenstoffe bei Zimmertemperatur eine angemessene Immunreaktion auslösen, gerät ihr Zusammenspiel bei Minusgraden aus dem Gleichgewicht.
Halsschmerzen sind eine häufige Folge. Doch welche Hausmittel helfen am besten gegen das Kratzen im Nasen-Rachenraum? Zum einen sind Kräutertees weit verbreitet. Beliebt zudem: Tee mit Süßholzwurzel, Ingwer oder eine heiße Zitrone. Weiterhin können Kamille frisch und getrocknet Erkältungsbeschwerden im Hals minimieren.
Wirksam gegen Halsschmerzen ist außerdem Salbeitee, aus dem Beutel oder mit frischen Blättern. Er liefert neben viel Flüssigkeit die typischen Inhaltsstoffe des Salbeis, sie hemmen Wachstum von Bakterien, desinfizieren und beruhigen die gereizten Schleimhäute. Natürlich können auch andere Produkten mit Salbei das Halsweh lindern. Dazu zählen Salbei-Bonbons verschiedener Hersteller, eine Salbei-Lösung aus der Apotheke oder Salbei-Fertigpräparate. Doch aufgepasst: Nicht immer ist auch Salbei drin, wo Salbei draufsteht. Achten Sie daher bei Tee und getrocknetem Salbei darauf, dass er nicht zu klein gebröselt ist, sondern die Salbeiblätter noch erkennbar sind. Schwangere und stillende Mütter sollten bei der Verwendung von Salbei vorsichtig sein. Die Pflanze regt die Kontraktion der Gebärmutter an und hemmt den Milchfluss.
Einer aktuellen Umfrage des SWR zufolge schwören Menschen mit Erkältung und Halsschmerzen hierzulande auf verschiedene altbewährte Hausmittel.
Platz eins bei Halsweh nimmt der Kartoffelwickel ein. Dabei wird eine weich gekochte Kartoffel in ein warmfeuchtes Handtuch um den Hals gewickelt. Ein zweites trockenes Handtuch darum isoliert für eine gewisse Zeit. Der feuchtwarme Wickel lindert die Entzündung der Schleimhaut im Nasen-Rachenraum. Wickel gelten als das älteste Hausmittel der Welt. Schon Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) setzte zum Beispiel auf die entzündungshemmende Wirkung von Umschlägen. Da der Wickel nicht mal eben zwischendurch gebunden wird sondern zum Liegen zwingt, bringt er zudem zwangsläufig Ruhe.
Auf den zweiten Platz der beliebtesten Naturheilmittel schaffte es die alt bekannte Honigmilch bei einem kratzigen Hals. Sie lindert Schmerzen und bringt Entspannung. Damit sich die heilenden Wirkstoffe des Honigs entfalten können, darf die Milch aber nicht heißer als auf 40 Grad Celsius erwärmt werden.
Auf Platz drei der Umfrage: Gurgeln mit Salz, am besten Meersalz Geben Sie einen halben Löffel davon in lauwarmes Wasser und gurgeln Sie mehrmals am Tag. Das Salzwasser wirkt im Rachenraum desinfizierend, Viren werden abgetötet.
Filmbeiträge: Thomas Förster, Ina Czycykowski
Infotext: Beate Wagner










