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Laser - mit Licht schonend heilen, so lautet die Vorstellung vieler Patienten. Doch der Arzt kann mit Laserlicht ebenso schneiden wie mit einem Messer. Licht als operatives Instrument hat jedoch gegenüber einem Skalpell viele Vorteile. Die rbb Praxis zeigt, welche das sind, und auch wann der Laser nicht die erste Wahl ist.
Die Haut als unser größtes Organ muss viel aushalten. Und nicht selten nehmen wir die Hülle des Körpers erst wahr, wenn irgendwas mit ihr nicht stimmt. Tauchen beispielsweise Flecken auf, die man nicht zuordnen kann, sollte unbedingt ein Arzt darauf schauen. Er kann erkennen, ob es sich um typische Altersflecken oder gar eine böartige Hautveränderung handelt. So kann beispielsweise die Vorstufe des weißen Hautkrebses, die sogenannte aktinische Keratose ganz ähnlich aussehen.
Für eine genaue Diagnose, wird ein Auflichtmikropskop genutzt.
In manchen Fällen kann auch der Laser zur Diagnostik eingesetzt werden: Mit der "Optischen Cohaerenz Tomographie" (OCT), eine Art „Laserultraschall“, kann schmerzlos die Ausbreitung von Hautveränderungen in die Tiefe beurteilt werden. Damit unterscheiden Ärzte auch beispielsweise die Alterswarzen vom Hautkrebs. Oder es wird überprüft, ob bei hellem Hautkrebs eine Lasertherapie noch sinnvoll ist oder ob eine Operation angezeigt ist. Auch den Durchmesser von Blutgefäßen kann man mit diesem Ultraschallverfahren vermessen. Dies ist z.B. bei Feuermalen oder Blutschwämmen vor der Therapie wichtig, zur Auswahl des geeigneten Lasers.
In der Abteilung für Lasermedizin an der Evangelischen Elisabeth Klinik Berlin hat man sich auf Laserverfahren spezialisiert – sowohl in der Therapie, als auch in der Diagnostik. Sie ist die größte "Laserklinik" deutschlandweit. Patienten in jedem Alter werden hier behandelt, vom Säugling bis zum Hochbetagten, ambulant und stationär. Die Indikationen sind breit gefächert und betreffen nahezu alle Teilbereiche der Medizin: Dazu gehören Gefäßerkrankungen, Erkrankungen des Urogenitaltrakts sowie des Enddarms, Tumorleiden oder Atemwegserkrankungen. Dabei werden die Laserfasern äußerlich und innerlich angewendet, beispielsweise über die Endoskopie.
Wer sich für eine Behandlung mit Laser entschließt, sollte sich jedoch in jedem Fall zuvor umfassend informieren, denn eine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung für Anwender von Laser-Verfahren gibt es noch nicht. Über die Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin können Ärzte ein Zertifikat erwerben. Über das tatsächliche Können und Wissen sagt das jedoch wenig aus. Am besten fragt man seinen Hausarzt, falls er schon Vorerfahrungen hat.

Neben der Diagnostik ist der Laser aber zur Behandlung von Hauterkrankungen geeignet. Er verbreitet bei vielen Betroffenen längst nicht so ein großes Unbehagen, wie der Gedanke an einen herkömmlichen Eingriff mit einem Skalpell. Physikalisch gesehen ist ein Laser stark gebündeltes Licht in einem sehr engen Frequenzbereich (monochromatisch). Mit Laserlicht kann der Arzt ebenso schneiden wie mit einem Messer.
Licht als operatives Instrument hat gegenüber einem Skalpell jedoch viele Vorteile. So kann die Tiefe des "Schnitts" vorab ganz genau berechnet werden und millimetergenau angepasst werden. Je nachdem, welche Haut – oder Gewebeschicht man erreichen und behandeln möchte, kann der passende Laser ausgewählt werden. Außerdem können mit dem Laser gleichzeitig kleine Blutgefäße (Kapillaren) verödet werden. Dadurch blutet es im Operationsgebiet oft weniger stark. Die Heilung ist zudem meist schneller, der stationäre Aufenthalt wird dadurch verkürzt und das spart wiederum Kosten.

Altersflecken und Alterswarzen
Altersflecken sind harmlos und gutartig. Sie entwickeln sich etwa ab dem Alter von 35 Jahren, wenn die Haut oft und über viele Jahre ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Je länger und intensiver UV-Strahlen auf die Haut einwirken, desto früher treten die Flecken auf. UV-Licht aktiviert die so genannten Melanozyten – jene Zellen der Oberhaut, die das braune Hautpigment Melanin zum Schutz vor den schädlichen Strahlen bilden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Melanozyten vermehren sich nur schleppend und geben die Pigmente ungleichmäßig ab, so dass auf der äußeren Hautschicht unregelmäßige Flecken zurückbleiben.
Verstärkt wird die Entwicklung von Altersflecken durch das bräunliche "Abnutzungspigment" Lipofuszin. Dieses Protein entsteht beim Abbau von Fettsäuren in den Hautzellen. Es sammelt sich mit den Jahren in der Haut an und hemmt den Abtransport weiterer Stoffe aus der Zelle. Zusammen mit dem Pigment Melanin bildet es die Flecken auf der Haut. Sie finden sich besonders häufig auf den Händen, der Stirn oder auch im Gesicht und Dekolleté.
Wer Altersflecken vorbeugen will, sollte die Sonne meiden und konsequent Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
Filmbeitrag: Benjamin Kaiser
Infotext: Beate Wagner











