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Je nach Bedarf dauert ein künstliches Koma Stunden, Tage oder gar Wochen. Mit welchen Folgeschäden der Patient wieder aufwacht, hängt in erster Linie vom Ausmaß der zugrunde liegenden Verletzung ab – und nicht vom künstlichen Koma selbst.
"Nebenwirkungen" künstliches Koma
Durch das lange Liegen und die künstliche Beatmung können Infektionen – insbesondere eine Lungenentzündung – und Thrombosen auftreten. Langfristig kann das Immunsystem geschwächt werden sowie Blutdruckregulationsstörungen auftreten. Wie schnell sich ein Patient von seinem künstlichen Koma erholt, hängt von der Schwere der Verletzung, seinem Gesundheitszustand vor dem Krankheitsereignis und seinem Alter ab. Um den Patienten aufwachen zu lassen, drosseln die Ärzte die narkotisierenden Medikamente nach und nach.
"Echtes" Koma
Rund 35.000 Menschen fallen in Deutschland jedes Jahr ins Koma – oft für Monate, manchmal für Jahre. Auslöser sind schwerste Schädel-Hirn-Verletzungen wie durch einen Unfall oder einen Schlaganfall. Nach Schätzung der Deutschen Wachkomagesellschaft verharren derzeit etwa 10.000 Menschen in einer Welt zwischen Leben und Tod.
Anders als beim künstlichen Koma lässt sich die Dauer und Tiefe des "echten" Komas durch ärztliche Maßnahmen nicht beeinflussen. Das echte Koma zeigt an, dass das Großhirn in seiner Funktion schwer, oft sogar lebensbedrohlich gestört ist. Selbst starke Reize wie Licht und Schmerzen rufen beim Patienten keine Reaktion hervor.
Man nimmt an, dass das Koma eine Schutzreaktion des Körpers bei lebensbedrohlichen Verletzungen und extremen Schmerzen ist, die ein Mensch bei vollem Bewusstsein nicht ertragen würde. Ob der Patient wieder aufwacht oder nicht, hängt ausschließlich davon ab, wo und in welchem Ausmaß das Gehirn geschädigt wurde.
Filmbeitrag: Ursula Stamm
Infotext: Constanze Löffler








