Verschiedene exotische Früchte, Quelle: imago

- Exotische Früchte: eine gute Vitaminquelle im Winter?

Vor allem im Winter, wenn es kaum noch einheimisches Obst gibt, füllen mehr exotische Früchte die Supermarkt-Regale. Physalis, Flugmango, Papaya oder Granatapfel - wie gesund sind diese Früchte wirklich?

Wer den Wohlgeschmack vollreifer exotischer Früchte genießen will, muss dafür heute nicht mehr in ferne Länder reisen. Auch bei uns sind die Exoten mittlerweile in guter Qualität zu bekommen. Die verschiedenen Früchte stecken voller Geschmackserlebnisse. Ihr Vitamingehalt ist sehr unterschiedlich.

Mango, Quelle: dpa Bild-REPORT

Mango

Mangos werden vor allem aus Peru und Thailand importiert. Die im Supermarkt erhältlichen Mangos erreichen Deutschland noch unreif mit dem Schiff. Im Gegensatz dazu gibt es Mangos, die reif geerntet und per Flugzeug transportiert werden. Die sogenannten Flugmangos sind um einiges teurer.

Mangos enthalten viel Beta-Carotin, einen Vorläufer von Vitamin A. Der so genannte sekundäre Pflanzenstoff soll uns vor Krebs und Herzinfarkten schützen und das Immunsystem ankurbeln. Die ebenfalls in Mangos enthaltene Folsäure ist wichtig für die Blut- und Zellneubildung. Darüber hinaus stecken in der Frucht viele wichtige Spurenelemente wie Kupfer, Mangan und Zink.

Papaya-Avocado-Salat im Detail betrachtet, Quelle: Lucia Hennerici

Papaya

Die Papaya kommt ursprünglich aus Mittelamerika. Heute baut man sie überall in den Tropen an. Eine einzelne Frucht kann bis zu neun Kilo wiegen. Die Papaya schmeckt aromatisch süß, ein bisschen nach Aprikose und Melone. Die Frucht enthält kaum Fruchtsäure. Die scharfen Kerne sollen bei Magen-Darm-Beschwerden helfen. Die Papaya ist ein wahres Vitamin C-Reservoir, sie enthält anderthalb mal so viel davon wie Zitronen.

Physalis

Die Physalis ist reich an dem Provitamin A, den B-Vitaminen und Vitamin C. Sie hat einen leicht säuerlichen Geschmack und duftet gleichzeitig sehr aromatisch. Die Früchte werden frisch verzehrt, eignen sich aber auch zum Trocknen. Dann schmecken sie wie Rosinen. Die getrockneten Beeren können Sie auch in Schokosauce eintauchen und als selbstgemachte Praline servieren. Physalis stammen ursprünglich aus den Anden zwischen Venezuela und Chile. Heute werden sie vor allem aus Kolumbien eingeführt. Ein wichtiges Anbauland ist zudem Südafrika.

Granatapfel

Granatäpfel reifen nicht nach, sondern müssen reif und verzehrbar geerntet werden. Dank ihrer dicken Schale sind sie jedoch lange haltbar und können mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist eher gering. In der Volksmedizin wird Granatapfelsaft gegen Verdauungsstörungen getrunken. Die süß-säuerlich schmeckenden Granatäpfel, die wir hierzulande kaufen können, kommen überwiegend aus Spanien, der Türkei, Israel und dem Iran.

"Fliegende Früchtchen" sind bis zu dreimal so teuer wie "Schiffsobst". Ob es lohnt, tiefer in die Tasche zu greifen, haben wir an drei Fruchtsorten überprüft. Papaya, Mango und Physalis stellten sich unserem Test. Auf dem Prüfstand waren der Vitamin C-Gehalt und der Geschmack. Dabei werteten die Tester jeweils Proben von „Flugobst“ und von "Schiffsobst" aus.

Die Ergebnisse unserer Stichproben überraschten:
So gibt es nach den Analysen des Instituts für Lebensmittelchemie (Technische Universität Berlin) keinen merklichen Einfluss des Transportwegs auf den Vitamin C-Gehalt der Früchte: Bei Physalis waren die Gehalte identisch. Und auch Papaya und Mango wiesen nur leichte Unterschiede auf. Und diese können nach Angaben der Wissenschaftler nicht auf den Transportweg zurückgeführt werden, sondern resultieren am ehesten aus unterschiedlichen klimatischen Bedingungen.

Der „Geschmackstest“ in einem Berliner Institut für Ernährungsberatung ergab ein ähnlich überraschendes Ergebnis: Die Flugmango schmeckte der Testerin besser als die nachgereifte Frucht. Bei der Physalis wurden keine Unterschiede „erschmeckt“. Und die schmackhaftere Papaya kam per Schiff auf den Test-Teller.

Das Fazit also: Tropisches Obst ist lecker und bereichert den Speiseplan. Die Mehrausgaben für Flugobst lohnen sich jedoch nicht.
Generell sind tropische Früchte verzichtbar für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Stattdessen sind heimische Äpfel und Erdbeeren und auch Kohlrabi als besonders Vitamin-C-reiches Gemüse eine gute Wahl. Und das betrifft sowohl den Vitamin-Gehalt, als auch den Preis. Wissen sollte man zudem, dass der Genuss exotischer Früchte in der frühen Kindheit nach neueren Erkenntnissen Allergien fördern kann. Tropenfrüchte sind also eher etwas für besondere Gelegenheiten und leckere Trostpflaster gegen Fernweh.

Infotext: Susanne Faß / Constanze Löffler

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