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Lungenentzündungen enden erschreckend oft tödlich. Selbst unter fachgerechter Antibiotika-Therapie verstirbt jeder zehnte Patient im Krankenhaus. In der kalten Jahreszeit ist das Erkrankungsrisiko besonders hoch. Aktuellen Untersuchungen zufolge häufen sich zudem gerade Fälle, in denen Vögel einen Erreger auf den Menschen übertragen, der Lungenentzündungen auslöst. In der Notaufnahme des Klinikum Cottbus fahndet man inzwischen schon routinemäßig nach diesem speziellen Erreger.

Besonders gefährdet für eine Lungenentzündung sind ältere Menschen, Kinder und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Symptome wie starker Husten, Atemnot, Fieber, Abgeschlagenheit sind unspezifisch – und können auch für andere Krankheiten sprechen. Deshalb wird gerade bei Patienten mit Vorerkrankungen der Atemwege (Influenza, Bronchitis) nicht gleich eine Lungenentzündung vermutet.
Rund 200 000 Menschen kommen pro Jahr mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus. Etwa 25 000 von ihnen sterben daran, meist in Verbindung mit einer anderen Krankheit wie Diabetes, Influenza oder COPD. Erfahrene Fachärzte können die Lungenentzündung schon beim Abhören feststellen. Doch immer wieder passiert es, dass stattdessen eine Bronchitis oder eine Grippe diagnostiziert wird. Im Zweifel bringt ein Röntgenbild Klarheit.
Vor allem Pneumokokken sind für eine Lungenentzündung verantwortlich. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Erreger, die die Infektion auslösen. Rund drei Prozent der Pneumonien werden durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht. Das Karl-Thiem-Klinikum in Cottbus nimmt derzeit an einer weltweiten Studie teil, mit deren Hilfe man herausfinden will, welche Erreger außer Pneumokokken hierzulande noch eine Rolle spielen. Deshalb bestimmen die Ärzte mittlerweile bei jedem Patienten mit einer Pneumonie den auslösenden Keim.

Erste Auswertungen zeigen, dass die Krankheit in Brandenburg oft durch den Kontakt mit Vögeln ausgelöst wird: Kanarienvögel, Papageien und Hühner. Das dabei übertragene Bakterium heißt Chlamydophila psittaci.
Bislang gibt es noch keine Antwort auf die Frage, ob die überdurchschnittliche Infektionsrate am häufiger kränkelnden Federvieh im südlichen Brandenburg liegt oder daran, dass im Klinikum Cottbus nach diesem Erreger gefahndet wird.
Je schwächer das Immunsystem, um so heftiger reagiert es auf eine Infektion. Gerade bei den älteren Patienten ist deshalb beim Verdacht auf bakterielle Erreger eine frühzeitige Antibiotikatherapie notwendig. Ein verzögerter Therapiebeginn könnte die Prognose der Patienten dramatisch verschlechtern.
Etwa zehn Tage bewährter Antibiotika reichen in der Regel aus, um die Bakterien zu vernichten. Stellt sich allerdings nach 48 Stunden keine Besserung ein, muss mittels Bronchoskopie, Untersuchungen des schleimigen Auswurfs oder Computertomographie nach selteneren Auslösern und Ursachen geforscht werden.
Wenn die Antibiotika zu einer Besserung führen, ist die konsequente Fortführung der Therapie bis zum Ende notwendig, sonst drohen Rückfälle.
Filmbeitrag: Johannes Mayer
Infotext: Constanze Löffler








