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Einst als Oma-Beschäftigung verpönt, später als grüne Protesthaltung im Parlament verlacht, erlebt das Stricken seit ein paar Jahren eine Renaissance. Inzwischen hat die Masche mit den Maschen sogar Einzug in die medizinische Therapie gehalten: Stricken als ergotherapeutische Maßnahme hält die Fingergelenke bei Rheuma mobil und kann Gehirnfunktionen unterstützen.
Jede Form von Bewegung gilt bei Rheuma als sinnvoll. Wer Spaß am Stricken hat, dem wird deshalb auch das Spiel mit den Nadeln empfohlen. Fürs Stricken mit der entzündlichen Gelenkerkrankung gibt es allerdings Regeln. Zum Einen sollten täglich stärkende Fingerübungen durchgeführt werden; die Anleitung dazu gibt’s in der Ergotherapie. Zum anderen können sich Rheuma-Patienten keinen falschen Ehrgeiz leisten: Sie müssen die Schmerzsignale in ihren Fingern ernst nehmen. Stundenlanges Stricken ist nicht möglich; etwa nach einer halben Stunde sollte wieder pausiert werden.
Nicht nur bei Rheuma, auch bei Multipler Sklerose – eine Erkrankung, welche die Nervenzellen schädigt – empfehlen die Ärzte den Patienten zu stricken. Der Umgang mit den Nadeln trainiert die Koordination der Fingermuskeln und damit die Feinmotorik. Individuellen Erfahrungen zufolge bessert Stricken zudem die Konzentrationsfähigkeit bei der chronischen Nervenerkrankung.
Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Constanze Löffler







