Serie: Wie gesund ist eigentlich...? -
Vor einigen Monaten wurde der Glauben an heilsame Kräutertees erschüttert: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fand in einigen Teeproben Giftstoffe, sogar Biotee wurde auffällig getestet. Aber auch ohne Giftstoffe hat die Behandlung mit Kräutertee ihre Grenzen: Bessern sich die Beschwerden nach ein paar Tagen Tee-Kur nicht, sollten Sie zum Arzt gehen.
Tee aus frischen oder getrockneten Kräutern? Lose oder im Beutel? Sortenrein oder als leckere Mischung? Egal, für welchen Tee Sie sich entscheiden – schon die Zubereitung tut gut und lässt viele Menschen zur Ruhe kommen.

Heilsame Teemischungen
Auch die Medizin nutzt seit vielen Jahrhunderten die Kraft von Tee. Vor allem Kräutertees versprechen eine heilsame Wirkung. Fachleute empfehlen Tee als begleitende Therapie bei Problemen mit der Verdauung, dem Unterleib, den Nieren oder bei Einschlafstörungen.
Heil-Tees werden aus einzelnen Pflanzen oder Mischungen hergestellt. Wichtig ist dabei, sich an die empfohlene Dosierung zu halten: Meist ist das ein Teelöffel Heilkräuter pro Teetasse. Die Kräuter werden mit kochendem Wasser übergossen und müssen je nach Zusammensetzung fünf bis fünfzehn Minuten ziehen. Heil-Tees sollten nicht aufgewärmt werden, weil dadurch Wirkstoffe verloren gehen.
Die Expertin im Beitrag empfiehlt folgende Mischungen:
Erkältungstee besteht aus Linden-, Schlehen- und Holunderblüten, je 1 Teelöffel wird für eine Tasse aufgebrüht. Die schweißtreibende Mischung erhöht die Körpertemperatur. Das stimuliert das Immunsystem.
Tee gegen Verdauungsstörungen wird aus Angelikawurzel, Wegwarte, Tausendguldenkraut und Wermut gemischt. Vor dem Essen getrunken regt er die Bildung der Magensäure an.
Zum Einschlafen hilft eine Mischung aus Passionsblumenkraut, Lavendelblüte und Melissenkraut. Pro Tasse gießen Sie einen Teelöffel der Mischung auf.

Pflanzengifte können auch Teefreunde schädigen
Im Sommer 2013 wurde der Glaube an heilsame Kräutertees jedoch tief erschüttert: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fand in einigen von 221 getesteten Kräutertee- und Teeproben so genannte Pyrrolizidinalkaloide. Zu den untersuchten Proben gehörten Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee.
Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA, waren im Tierversuch krebserregend und gentoxisch und schädigen in hohen Konzentrationen die Leber.
Doch wie gelangten die giftigen Stoffe in den Tee? Tatsächlich sind PA keine Zusatzstoffe, sondern Pflanzen bilden diese sekundäre Gift, um sich gegen Schädlinge zu schützen. Doch was Schädlinge abhält, kann in sehr hohen Konzentrationen auch dem Menschen schaden.
Das BfR differenzierte in einer Stellungnahme vom 5. Juli 2013 jedoch: "Trotz der in Einzelfällen unerwartet hohen PA-Gehalte in den gemessenen Proben ist eine akute Gesundheitsschädigung bei kurzfristiger Aufnahme (bis zu 14 Tagen) für Erwachsene und Kinder unwahrscheinlich. Bei Durchschnittsverzehrern (Erwachsene und Kinder) von Kräutertee und Tee, die keine bestimmte Sorte favorisieren, ist eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch eine chronische Aufnahme von PA unwahrscheinlich. Beim längerfristigen Verzehr von Produkten mit hohen Gehalten besteht insbesondere bei Kindern, Schwangeren und Stillenden das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung. Eltern wird deshalb empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee anzubieten. Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren."
Fazit
Kräutertee ist gesund, wenn man nur leichte Beschwerden damit behandelt und die Tee-Sorte regelmäßig wechselt.
Filmbeitrag: Carola Welt
Infotext: Constanze Löffler








