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Medizin-Sensation an der Charité: Für scheinbar hoffnungslose Rheuma-Fälle gibt es einen neuen Therapieansatz. Das Immunsystem der Patienten wird ausgelöscht und danach mittels Stammzellen neu im Körper installiert. Die Rheumasymptome bleiben im besten Fall danach aus.

Morbus Wegener ist eine äußerst seltene Form von Rheuma. In Europa leiden etwa fünf von 100.000 Menschen an der so genannten Wegener-Granulomatose. Bei der heimtückischen Autoimmunkrankheit, die unbehandelt tödlich verlaufen kann, entzünden sich Blutgefäße ohne Vorwarnung. Die Entzündungen treten vor allem in Nase, Nasennebenhöhlen, Ohren, Lunge und Nieren auf; es können aber auch alle anderen Organe befallen sein. Die betroffenen Organe sind zu wenig durchblutet und mangelversorgt.
Wenn Kortison, immunhemmende sowie symptomatische Therapieansätze wirkungslos bleiben, gibt es noch eine letzte, riskante Behandlungsform, wie sie sonst nur bei Krebspatienten eingesetzt wird. Ziel ist es, das fehlerhafte Immunsystem gegen ein neues, hoffentlich gesundes auszutauschen. Die Therapie ist wegen ihrer Nebenwirkungen und potenziellen Risiken in der Rheumatologie nur schwerstkranken Patienten vorbehalten. In Frage kommen vor allem Patienten, die unter Systemerkrankungen leiden, solchen Erkrankungen also, die viele Organe betreffen – und nicht nur schmerzende Gelenke hervorrufen.
Zunächst werden bei den Patienten Stammzellen mobilisiert, diese entnommen und einer Spezialreinigung unterzogen. Danach wird das Immunsystem mit Hilfe einer Hochdosischemotherapie komplett eliminiert. Bis die gesunden Stammzellen wieder angewachsen sind, verbringen die Patienten mehrere Wochen im so genannten Isolationszimmer. Ansonsten wäre die Gefahr zu groß, dass sich die Patienten ohne intaktes Immunsystem eine tödliche Infektion einfangen.
Gelingt die Transplantation, können die Patienten mit dieser radikalen Therapie geheilt werden.
Filmbeitrag: Stefan Sperfeld
Infotext: Constanze Löffler








