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Ein Rippenbruch kann sehr schmerzhaft sein. Ein Trost: Er heilt in der Regel von allein. Allerdings kann es dabei auch zu Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung oder inneren Verletzungen kommen. Überhaupt muss der Rippenbruch ernst genommen werden, denn er kann auch ein erster Hinweis auf eine Osteoporose sein.
Es kann bei Kontaktsportarten wie Hockey oder Fußball passieren, bei Unfällen oder Rangeleien - wer sich die Rippen bricht, muss meist etwa drei bis vier Wochen mit starken Schmerzen im Brustkorb rechnen. Sie entstehen, weil die Rippen von dem sogenannten Periost überzogen sind. Durch diese Knochenhaut verlaufen feine Nervenenden, die bei einem Rippenbruch bei jedem Atemzug und bei Husten gereizt werden und damit zu Beschwerden führen. Oft ist das nur mit Schmerzmedikamenten erträglich. Gefährdet für Rippenbrüche sind neben Sportlern oder Unfallopfern zudem Menschen mit einer geschwächten Knochenstruktur, so zum Beispiel Krebs- oder Osteoporose-Patienten.
Meist sind von den zwölf Rippen, die wir haben, bei einem Rippenbruch die 4. bis 9. Rippe betroffen. Nicht selten brechen die Knochenspangen auch an verschiedenen Stellen. Bei Kindern sind das Rippengerüst und das Knochenskelett noch sehr elastisch, Rippenbrüche passieren daher selten. Beim älteren Menschen ist das Knochengerüst starrer, hier brechen die Rippen öfter. Nicht selten geschieht das zum Beispiel auch, wenn Patienten im Krankenhaus durch eine Herzdruckmassage wiederbelebt werden.

Diagnostiziert wird der Rippenbruch normalerweise mithilfe von Röntgenbildern. Oft ist die Diagnose mit der konventionellen Röntgenuntersuchung aber unzureichend, dann arbeiten Ärzte mit weiteren Verfahren wie zum Beispiel der Computertomografie, der Knochenszintigrafie oder der Kernspintomografie (MRT). Um abzuklären, ob innere Organe wie beispielsweise die Leber oder die Milz verletzt sind, kommt der Ultraschall zum Einsatz. Erkennbar sind Folgeverletzungen an Blutergüssen in den Organen oder freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle.
Therapeutisch haben die Ärzte bis auf die meist unbedingt erforderliche Schmerztherapie wenig Handlungsmöglichkeiten. Normalerweise verwachsen Rippenbrüche etwa innerhalb von sechs Wochen von selbst. Nur im Ausnahmefall muss ein Rippenbruch operiert werden, so zum Beispiel nach einer Organdurchspießung. Dennoch ist es wichtig, den Rippenbruch ernst zu nehmen – oft werden Patienten daher für ein paar Tage im Krankenhaus überwacht. Denn Patienten nehmen durch die starken Beschwerden beim Atmen häufig eine Schonhaltung ein. Sie führt nicht selten zu einer Minderbelüftung - und kann damit beispielsweise zu einer Lungenentzündung führen. Um die Schonhaltung zu vermeiden, bandagieren Ärzte bei einer Rippenfraktur normalerweise auch nicht den Brustkorb. Auch wenn sich die Bruchstellen gegeneinander verschieben, drohen Komplikationen. So können dadurch zum Beispiel Blutgefäße eingequetscht oder Organteile eingeklemmt werden.
Jeder Patient mit Rippenbruch sollte zudem eine professionelle Begleitung durch den Physiotherapeuten bekommen. Er wird ihm verschiedene Tipps auch für die Zeit zuhause geben. Außerdem erklärt er ihm, wie wichtig es ist, sich viel zu bewegen, normal zu atmen und nicht bewegungslos im Bett zu verharren. Manchmal brauchen Patienten zur Unterstützung ein Atemtrainingsgerät und schleimlösende Medikamente.
Filmbeitrag: Andreas Knaesche
Infotext: Beate Wagner









