Grafik des an der Wirbelsäule angebrachten Schmerzschrittmachers (Quelle: rbb)

- Wege aus dem Schmerz - Schrittmacher, Schmerzmittel & Co.

Patienten, die etwa nach einer erfolglosen Bandscheiben-Operation ständig unter Schmerzen leiden, kann ein "Schmerzschrittmacher" helfen. Er wird implantiert und "überlagert" mit elektrischen Impulsen die Schmerzweiterleitung zum Gehirn. Aber auch alternative Verfahren wie Meditation und Yoga, können bei Schmerzen helfen.

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Grafik von einem menschlichen Skelett mit rot eingefärbten Stellen (Quelle: rbb)

Es vergeht kein Tag ohne Schmerzen. Was für viele nach der reinsten Hölle klingt, ist für Schmerzpatienten oft Realität. Chronische Kopf- oder Rückenbeschwerden rauben den letzten Nerv und zerren an den Kräften. Irgendwann wird der ungebetene Gast zum Lebensinhalt. Chronische Schmerzen können nicht geheilt, sondern von den Betroffenen nur bewältigt werden. Millionen Menschen sind betroffen.

Doch nicht durch im Rücken oder im Kopf entstehen chronische Schmerzen. Auch ein schlecht operiertes Knie oder Sprunggelenk, eine Kalkschulter, rheumatoide Arthritis oder ein Reizdarmsyndrom können jahrelange Schmerzen bescheren. So unterschiedlich ihre Geschichten sind: Allen gemeinsam ist den Patienten die Suche nach alternativen Möglichkeiten, dem Schmerz zu begegnen. Denn dauerhaft Schmerzmedikamente zu nehmen, kann keine Lösung sein.

Grafik von Wirbelsäule (Quelle: rbb)

Bei chronischen Schmerzen ist die biologische Schutzfunktion verloren gegangen. Oft gibt es keinen Auslöser mehr, oder die Beschwerden haben sich davon abgekoppelt. Beispiel Rückenschmerzen nach Hexenschuss: Die akute Nervenreizung der Bandscheibe ist längst überstanden, der Schmerz aber bleibt.

Der Grund: Starke Schmerzen können lange im Gedächtnis bleiben und hinterlassen Spuren in den Nervenbahnen, im Gehirn und im Rückenmark. Je länger der Schmerz dauert, desto eher entwickelt sich daraus ein Teufelskreis. Die Nervenzellen werden empfindlicher, auf ständig wiederkehrende Reize reagieren sie schneller und sensibler. Irgendwann reicht schon die Angst vor dem Schmerz, um ihn auszulösen.

Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)

Sie gehören zu den beliebtesten Schmerzmitteln, sind zum Teil rezeptfrei erhältlich und werden vor allem bei Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Häufigste Vertreter sind Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen. Dass diese Arzneimittel auf Dauer Magenbeschwerden verursachen, ist vielen bewusst. Doch es kann noch zu weiteren gefährlicheren Nebenwirkungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen kommen. Werden die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac dauerhaft und hochdosiert eingenommen, erhöhen sie das Risiko von Magenblutungen und Nierenschäden. Die europäische Zulassungsbehörde EMA warnt zudem Patienten mit Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, arterieller Verschlusskrankheit, Gefäßerkrankungen im Gehirn und Diabetes vor Diclofenac. Hoch dosiert (100–150 mg/Tag) drohen nach mindestens vierwöchiger Einnahme Herzinfarkt, Schlaganfall oder der Gefäß-bedingte Tod. Ähnliche Ergebnisse erbrachten das hochdosierte Ibuprofen (2.400 mg/Tag). Besser geeignet für Menschen mit Herzkreislauferkranklungen ist hingegen Naproxen (1.000 mg/Tag). Eine dauerhafte Anwendung von NSAR kann zudem Kopfschmerzen verursachen. Keinesfalls sollten diese wieder mit NSAR behandelt werden, das verschlimmert die Beschwerden. Auch bei Asthma sollte man mit NSRA vorsichtig sein.

Hinzu kommen Wechselwirkungen der nicht steroidalen Antirheumatiker mit anderen Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS). ASS hemmt der Plättchenbildung und schützt vor Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Wirkung wird durch NSAR eingeschränkt oder sogar aufgehoben. Wer auf beide Medikamente angewiesen ist, sollte ASS deshalb in großem zeitlichen Abstand vor NSAR einnehmen.

Acetylsalicylsäure (ASS)

Gering dosiert ist das Mittel gerinnungshemmend (ab 30 mg pro Tag) und wird zur Vorbeugung gegen Herzinfarkt oder Schlaganfall eingesetzt. Schmerzlindernd wirkt es ab 500 mg bis 1000 mg, höhere Dosierungen helfen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen (zum Beispiel Rheuma). Bei etwa zehn Prozent der Patienten führt ASS zu Magenbeschwerden oder kleinen Magen- Darm-Blutungen. ASS sollte daher immer mit viel Flüssigkeit und nie auf leeren Magen eingenommen werden. Menschen mit Blutungsneigung, Nierenfunktionsstörungen und Magen- Darm Geschwüren sowie Asthmatiker wählen andere Mittel, Schwangere, Kinder und Jugendliche ebenso.

Paracetamol

Der Wirkstoff ist bei leichten bis mittelstarken Schmerzen und Fieber geeignet, hilft aber nicht bei Entzündungen. Paracetamol ist magenverträglicher als ASS. Es hat keine Nebenwirkungen für die Niere und das Herzkreislaufsystem. Allerdings sollte man auch hier auf die Dosierung achten, denn die Leber kann nur eine gewisse Dosis verstoffwechseln. Das Mittel kann relativ schnell überdosiert werden. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schweißausbrüchen und schweren Leberschäden, bei Dauergebrauch zu Nierenschäden. Paracetamol ständig einzunehmen kann außerdem rasch zum Medikamenten-Kopfschmerz führen.

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