Grafik eines Salatmixes aus dem Supermarkt (Quelle: rbb)

- Salat aus der Tüte

Abgepackter Salat ist fast so empfindlich wie rohes Hackfleisch. Denn mit jeder Stunde, die er ungekühlt bleibt, verringert sich die Haltbarkeit um einen Tag. Dennoch wird er massenhaft gekauft. Was ist wirklich drin im Salat aus der Tüte? Keime oder gute Vitamine? Das zeigt der rbb Praxis-Test.

Salat waschen, zupfen, schnippeln – das ist vielen Menschen im normalen Arbeitsalltag zu viel. Sie greifen lieber zu fertig abgepackten Salaten: Einfach den Salat aus der Packung auf den Teller legen und guten Appetit. Doch wie viele Nährstoffe sind in den Fertig- Salaten tatsächlich enthalten, und wie viele Keime sammeln sich mit der Zeit? Wie schmeckt fertig abgepackter Salat im Vergleich zu frischen Produkten? Diesen Fragen ist die rbb Praxis nachgegangen und hat Fertigsalate getestet.

Für unseren Test haben wir einen Salat selbst gemacht. Wie die meisten Fertigsalate besteht er vor allem aus Blattsalaten. Und wir haben uns vier Salate to go gekauft, fertig gewaschen und geschnippelt. Obwohl wir alle an einem Tag besorgten, wiesen sie unterschiedliche Haltbarkeitsdaten auf: Eine frische Salattüte vom Discounter war noch vier Tage haltbar, eine andere, ältere nur noch einen Tag. Außerdem besorgten wir uns noch einen Salat aus dem Bioladen und einen aus dem Supermarkt.

Grafik eines Salatmixes aus dem Supermarkt (Quelle: rbb)

Zunächst geht es uns um den Preis. Der selbstgemachte Salat ist der günstigste Testkandidat: 17 Cent pro 100 Gramm. Mit 35 Cent kosten die beiden Discounter-Mischungen mehr als das Doppelte. Richtig teuer sind mit 75 Cent bzw. zwei Euro pro 100 Gramm der Supermarkt-Beutel und der Bio-Salat.

Wir ließen alle Salatmischungen im Institut für Produktqualität in Berlin untersuchen: auf Sensorik, Mikrobiologie und Vitamine. Zunächst sind Augen, Nase und Geschmacksknospen gefragt: Wie sehen die Salate aus, wie riechen und wie schmecken sie? Beim Bio-Salat fiel auf, dass noch reichlich Sand an den Blättern hing. Bei den beiden Salaten aus dem Discounter machten sich die unterschiedlichen Haltbarkeitsdaten bemerkbar. Das ältere Produkt war weniger frisch, knackig und aromatisch. Noch schlechter schnitt nur der Salat aus dem Supermarkt ab. Punkten konnte hier die Eigenkreation.

Es folgte die letzte Testkategorie: Wie viele Keime stecken in den Salaten? Die Ergebnisse verglichen wir mit dem geltenden Richtwert von 50 Millionen Keimen pro Gramm. Der selbstgemachte Salat war mit 1,5 Millionen am wenigsten verseucht. Die frischere Ware vom Discounter lag nur wenig darüber; der ältere Salat von dort überstieg den Richtwert allerdings weit. Auch die Supermarkt-Mischung lag relativ hoch; der Bio-Salat enthält dafür deutlich weniger Keime. Außerdem haben wir nach krank machenden Schimmelpilzen gesucht. Dabei fällt der Bio-Salat auf, der mit 150.000 Keimen pro Gramm das 15-fache des Warnwertes enthält. Doch dieses Problem war einfach zu beheben, denn der Schimmel kam aus dem Sand und der war nach dem Waschen nicht mehr dran.

Das Endergebnis: Testsieger ist der selbstgemachte Salat mit 12 von 15 Punkten. Kurz dahinter landet die frischere Ware aus dem Discounter mit 11 Punkten. Der gleiche Salat, drei Tage älter, schafft nur sieben Punkte und liegt so mit der Salattüte aus dem Supermarkt gleichauf. Der Bio-Salat landet bei 11 Punkten und zusammen mit dem frischen Discounter-Salat auf Platz zwei.

Die Ernährungsexpertin rät, Salat grundsätzlich nur kurz mit kaltem Wasser abzuspülen. In stehendem Wasser verliert er rasch seine Nährstoffe. Bereits gewaschener, nicht verbrauchter Salat kann man in ein feuchtes Tuch einpacken und im Kühlschrank aufbewahren. Zudem sollte der Salat erst nach dem Waschen zerkleinert werden. Dafür zupft man ihn statt ihn zu schneiden. So bleiben möglichst viele Nährstoffe erhalten.


Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Constanze Löffler

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