Reporter mit Schutzmaske (Quelle: rbb)

- Viren-Alarm: Wie kommt man erkältungsfrei durch die Stadt?

Seit Ende Januar hat uns die Grippewelle 2016 fest im Griff. Viele Menschen stecken sich in diesen Tagen mit den Viren an. Doch wie ließe sich die Infektionsgefahr im
U-Bahn-Gedränge oder im vollen Aufzug wirkungsvoll verhindern? Helfen Schals vor dem Mund oder Desinfektionslösungen? Praxis-Reporter Benjamin Kaiser sucht nach praktischen Tipps in Zeiten fliegender Viren. 

Sie sind klein, hartnäckig und verbreiten sich rasend schnell: Grippeviren und andere Krankheitserreger. Bei der Verbreitung bekommen die Viren reichlich Unterstützung. So fungieren unsere Hände als "Taxi" und befördern die Keime dahin, wo viele Menschen anfassen: Türklinken, Handtücher, Geld. Auf Geldscheinen beispielsweise können die Erreger mehrere Wochen überdauern. Greifen wir uns danach ins Gesicht, erreichen die Viren schnell die Haupteintrittspforte für Erkältungsinfektionen, die Nasenschleimhaut. Oft gelangen die Keime auch über die Augenhöhle zur Nasenschleimhaut – und von dort ins Innere des Körpers.

Gefahr lauert im Gedränge

In Tram, Bus oder S-Bahn lauert ebenfalls große Gefahr, sich anzustecken – am Fahrkartenautomaten zum Beispiel oder auf dem Handlauf der Rolltreppe. Auch in vollen Bussen und Bahnen muss man sich irgendwo festhalten. Schwupps, sind auch Haltegriffe und Handläufe verseucht. Auf den Metallstangen überleben die Keime zwar nicht lange. Doch die eine Stunde reicht für eine Infektion. Nächste Problemzone: der Fahrstuhl. Durch die Enge besteht hier vor allem die Gefahr, dass man direkt angeniest wird. Bis zu drei Meter verteilen sich die feinen Tröpfchen und können sich bis zu zwanzig Minuten in der Luft halten.  

Mundschutz für sich und andere

Experten empfehlen in Spitzenzeiten der Grippesaison auch Schutzmaßnahmen, die man eigentlich nur aus Asien kennt: einen Mundschutz. Er sieht zwar irritierend aus, hilft aber durchaus. Den ansteckenden Keimen wird der Weg zur empfindlichen Nasenschleimhaut verwehrt. Umgekehrt schützt auch der Erkrankte die Gesunden, wenn er einen Mund-Nasenschutz trägt. Wer keinen professionellen Mundschutz tragen mag, kann sich mit seinem Schal behelfen. Wichtig ist es dabei, Mund und Nase abzudecken. Und man sollte aufpassen, dass man den Schal andrückt, damit nicht zu viel Luft zwischen Schal und Nase dringt.

Desinfektionsmittel richtig angewendet

Wo kein Wasser zum Händewaschen ist, hilft eine Handdesinfektion, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dabei sollte man beide Hände gründlich eine halbe Minute mit reichlich Lösung einreiben. So lange dauert es, um die Krankheitserreger abzutöten.  

Weitere simple Maßnahmen, um sich vor Infektionen zu schützen

• Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände mit Wasser und normaler Seife.
• Entsorgen Sie Papiertaschentücher sofort nach dem ersten Gebrauch.
• Ziehen Sie sich (und Ihre Kinder) warm an und gehen Sie möglichst oft an die frische Luft. Draußen ist die Gefahr geringer, sich einen Infekt oder gar die Grippe einzufangen als in überhitzten, engen Räumen.
• Halten Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Ernährung fit. Studien weisen nach, dass zusätzlich zugeführtes Vitamin C nur Menschen brauchen, die einen erhöhten Umsatz daran haben, so zum Beispiel schwer Erkrankte oder Extremsportler. Zuviel Vitamin-C-Pulver kann Bauchgrimmen und Durchfall auslösen.
• Eine ausgewogene Ernährung, reichlich Bewegung, viel frische Luft, ausreichend Schlaf, ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Freizeit sowie persönliche Zufriedenheit stärken das Immunsystem nachhaltiger als so manches Training in der „Muckibude“ oder eine 100er Packung Multivitamintabletten.
• Kochen Sie sich ab und an eine leckere Hühnerbrühe. Wie Wissenschaftler des Medical Centers der US-Universität Nebraska herausfanden, hemmen die Zutaten Infekte der oberen Atemwege.
• Wer regelmäßig sauniert, lebt gesünder. Bereits nach einem Vierteljahr regelmäßiger Saunaanwendung lassen sich deutliche Effekte nachweisen – Saunagänger erkranken dann seltener, kürzer und weniger schwer als Nicht-Saunagänger.

Filmbeitrag: Jörg Simon
Infotext: Constanze Löffler

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