Zeitumstellung zu Ostern (Quelle: rbb)

- Gesundheitliche Probleme nach Umstellung auf Sommerzeit

Am Ostersonntag werden die Uhren mit Beginn der Sommerzeit um 02.00 Uhr um eine Stunde auf 03.00 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist damit um eine Stunde verkürzt. Nach der Umstellung häufen sich die gesundheitlichen Probleme, wie eine in dieser Woche veröffentlichte Befragung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt – und zwar aus Gründen der Energieeinsparung. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorne "verschiebt", wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht. Nach Ansicht von Kritikern sind dadurch entstehende Energiespareffekte allerdings kaum nachweisbar.

Jede Zeitumstellung wie ein Jetlag

Wissenschaftlich erwiesen dagegen ist, dass die Zeitumstellung den Organismus belastet. Der Effekt ist vergleichbar mit einem kleinen Jetlag. Da unser zirkadianer Rhythmus tendenziell etwas länger als 24 Stunden dauert, können wir die Zeitumstellung im Herbst – wenn der Tag um eine Stunde verlängert wird – besser verkraften. Gesunden, jungen Menschen gelingt es, die Zeitumstellung in beiden Richtungen in ein bis drei Tagen zu bewältigen. Dagegen neigen ältere Menschen und Kinder nach der Zeitumstellung vermehrt zu Schlafstörungen. Bei Älteren werden vermutlich ohnehin bestehende Schlafstörungen noch verstärkt. Und die Kinder können sich nicht bewusst auf die Zeitumstellung vorbereiten. Mitunter treten auch schwerwiegende Gesundheitsprobleme auf: Laut der DAK-Studie häufen sich in den ersten Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Herzinfarkte. Während normalerweise täglich im Schnitt 45 Menschen einen akuten Herzinfarkt erleiden, sind es an den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit 54. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Herzinfarkte nach der Zeitumstellung jeweils um 20 Prozent höher gewesen als an anderen Tagen.

DAK-Studie: Akzeptanz der Zeitumstellung sinkt

Ein weniger riskantes Problem – aber trotzdem unangenehm – sind körperliche Mattigkeit und Schlafstörungen, welche die Zeitumstellung auslösen kann. Der Befragung zufolge fühlen sich 81 Prozent der Bürger nach der Zeitumstellung schlapp und müde. Viele leiden unter Einschlafproblemen oder Schlafstörungen. Jeweils gut 40 Prozent können sich schlechter konzentrieren oder sind gereizter als sonst.
Kein Wunder, dass zunehmend mehr Menschen die Zeitumstellung ablehnen. Fast drei Viertel der Befragten halten die Zeitumstellung für überflüssig. Jeder Dritte hatte nach einer Zeitumstellung schon einmal Probleme. Das sind fünf Prozent mehr als noch vor drei Jahren. In einer von der DAK im vergangenen Herbst beauftragen Forsa-Umfrage hatten bereits 70 Prozent der befragten Baden-Württemberger für die Abschaffung der umstrittenen Regelung plädiert.

So bewältigt man die Zeitumstellung besser

Vermeiden lassen sich derartige Probleme, indem man jeden Tag ein bisschen früher ins Bett geht und am Morgen etwas früher aufsteht. Am besten beginnt man damit etwa eine Woche vor der Zeitumstellung. Ansonsten sollte man sich an der frischen Luft bewegen, leichte Kost essen und die Sonne oder die Tageshelligkeit nutzen, um den Tagesrhythmus zu beeinflussen. Licht ist der wichtigste Zeitgeber! Dunkeln Sie die Räume ab, wenn Sie schlafen wollen und umgekehrt.

Filmbeitrag: Ursula Stamm
Infotext: Constanze Löffler

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