
Die Gefahr ist nicht gebannt -
Früher als Schwindsucht gefürchtet, führt die Tuberkulose bis heute die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. "Besonders gefährlich ist die Ansteckung für Kinder", so das Berliner Robert-Koch-Institut.
Denn sie erkranken nicht nur schwerer und die Krankheit kann bei ihnen zu bleibenden Behinderungen führen. Nachdem die Zahlen jahrelang rückläufig gewesen sind, beobachten wir seit 2008 wieder mehr tuberkulosekranke Kinder“, sagt Susanne Glasmacher vom RKI. Allgemein sei die Gefahr der Ansteckung in Großstädten wie Hamburg und Berlin größer als in ländlichen Regionen.
Insgesamt stecken sich immer weniger Menschen mit der bakteriellen Krankheit an. 2009 registrierte das RKI 4444 Ansteckungen und 154 Todesfälle. "Tuberkulose bleibt hierzulande dennoch eine ernstzunehmende Krankheit“, so Susanne Glasmacher.
Die Mykobakterien übertragen sich über Tröpfchen. Weltweit sind 9,4 Millionen Menschen erkrankt, 1,7 Millionen sterben jährlich an der Tuberkulose – vor allem in Osteuropa, Asien und Afrika südlich der Sahara. Doch auch in Deutschland ist die Gefahr nicht gebannt.
Aufpassen müssen vor allem Menschen, die auf engem Raum und in schlechten hygienischen Bedingungen leben. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Erreger aus den besonders betroffenen Regionen dieser Welt nach Deutschland eingeschleppt werden“, sagt Glasmacher. Die Krankheit ist mit Antibiotika heilbar, allerdings dauert die Therapie mehrere Monate. Eine Impfung gibt es derzeit nicht, das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin forscht an einer Substanz.
Infotext: Beate Wagner


