Schild Sprechzimmer, Quelle: dpa

- Vielerlei Schmerz

Es gibt vielerlei Schmerz, der uns im Alltag zu schaffen machen kann. Vielfältig auch die Art, ihn zu bekämpfen. rbb PRAXIS gibt Hilfe.

Erkältungsschmerzen

Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen – meist tummeln sich dabei Viren im Körper und lösen eine Entzündung aus. Wir fühlen uns elend. Legen Sie sich ins Bett, machen sich einen Halswickel, trinken Lindenblüten- oder Melissetee oder schlürfen eine kräftige Hühnerbrühe. Wenn Ihr Kreislauf es zulässt, wärmen Sie sich mit einem Erkältungsbad: mit Menthol-, Heublumen- oder Fichtennadelzusatz bei 38 Grad Celsius nicht länger als 20 Minuten. Wenn all das alles nicht hilft, nehmen Sie ein leichtes Schmerzmittel. Außerdem sind homöopathische Mittel erlaubt. Ihre Wirkung ist zwar nicht belegt, Nebenwirkungen gibt es aber nicht.

Zahnschmerzen

Sie entstehen meist durch Karies, aber auch Parodontitis, Zahnschmelzschäden oder entzündete Nasennebenhöhlen können wehtun. Gehen Sie umgehend zum Zahnarzt, damit er die Ursache feststellt und behebt. Bis dahin helfen ASS, Paracetamol oder Ibuprofen. Mögen Sie es lieber natürlich, sollten Sie auf Gewürznelken kauen: Sie dämpfen den Schmerz und hemmen eine eventuell vorhandene Entzündung. Wenn Ihnen ein Zahn gezogen werden muss oder ein anderer chirurgischer Eingriff ansteht, dürfen Sie kein ASS nehmen; das Medikament erhöht die Blutungsneigung.

Menstruationsbeschwerden

Sie kommen Monat für Monat, so manche Frau kann die Schmerzen nur liegend auf dem Sofa mit Wärmflasche auf dem Bauch ertragen. Auslöser des Regelschmerzes ist das Hormon Prostaglandin, das bewirkt, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht. Wer unter starken Unterleibskrämpfen leidet, sollte vorbeugend regelmäßig Sport treiben. Standardprogramm bei Krämpfen sind Wärme, pflanzliche Extrakte aus Frauenmantel, Kamille, Gänsefingerkraut oder Scharfgarbe. Leichte Krämpfe bekommen Sie zudem mit ASS oder Paracetamol in den Griff, stärkere mit Ibuprofen oder Naproxen.

Kopfschmerzen

15 Prozent aller Deutschen leiden darunter. Neben Spannungskopfschmerz und Migräne haben sie oft schmerzmittelbedingte Kopfschmerzen. Gönnen Sie sich innere Ruhe, Bewegung und frische Luft. Bei Migräne lindern neben Triptanen auch ASS, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Phenazon die Beschwerden. Bei Medikamenten-Kopfschmerz müssen alle Schmerzmittel für mehrere Wochen abgesetzt werden. Pflanzliche Hilfe bieten Pfefferminzöl und Pestwurz.

Rückenschmerzen

Sie sind Spitzenreiter unter den chronischen Schmerzen, meist durch Verschleiß an Wirbelsäule und Gelenken bedingt. Akut helfen ASS, Paracetamol oder muskelentspannende Medikamente. Chronisch Betroffene können Weidenrindenextrakt testen. Zudem lohnt eine Salbung des Rückens mit spanischem Pfeffer. Grundsätzlich gilt: Bleiben Sie aktiv, bewegen Sie sich täglich, gehen Sie bald wieder arbeiten, rüsten Ihren Büroplatz ergonomisch um, liefern Sie sich dem Schmerz nicht aus. Hilfreich dabei sind Krankengymnastik, Massagen, Akupunktur, Entspannung, Rückenschule, Psychotherapie.

Gelenke/Rheuma

Rheuma hat viele Gesichter. In der Medizin fasst dieser Sammelbegriff mehr als 400 verschiedene Krankheiten zusammen. Allen ist gemeinsam, dass sie sich an den Gelenken, dem Bindegewebe oder den Gefäßen abspielen. Wie die häufige rheumatoide Arthritis gehen viele mit einer Entzündung einher. Behandelt werden sie mit einer Reihe von Basisarzneien, die die schmerzhafte Entzündung unterdrücken. Zusätzlich lindern unterschiedlich starke Schmerzmittel von ASS über Ibuprofen bis hin zu Morphin die Beschwerden. Pflanzliche Hilfe bieten Weidenrinden-Dragees.

Nervenschmerzen

Sie entstehen im Nerv selbst, sind meist messerscharf, einschießend, ziehend und stechend. Die Betroffenen reagieren besonders empfindlich auf Berührungen. Bei der Trigeminusneuralgie ist ein Hirnnerv gereizt, der durch das Gesicht verläuft. Die Schmerzen sind mit einfachen Schmerzmitteln meist nicht beherrschbar. Behandelt wird daher mit Epilepsiemedikamenten wie Carbamazepin, mit Antidepressiva oder mit Akupunktur. Eine durch eine Gürtelrose oder einen Herpes Zoster ausgelöste Neuralgie lässt sich mit Puder, Zinkpaste oder Virustatika wie Aciclovir eindämmen.

Muskelverspannungen

Wer unter chronischen Muskelverspannungen leidet, sollte der Muskulatur zunächst eine Pause gönnen (wenn zum Beispiel die Wadenmuskulatur nach einer Joggingtour stark beansprucht ist). Bei Muskelverspannungen in der Wirbelsäule oder der Schulter wirken Wärme, Fango, Elektrotherapie, Massagen sowie die Einnahme von muskelentspannenden Medikamenten lindernd. Zudem hilft entzündungshemmende Schmerzsalbe. Als pflanzliche Alternative lohnt ein Versuch mit Beinwellextrakt.